Viel Gestein ist durch den Felssturz in die Schwarzach gelangt und muss nun wieder ausgebaggert werden. Foto: Land Tirol

Viel Gestein ist durch den Felssturz in die Schwarzach gelangt und muss nun wieder ausgebaggert werden. Foto: Land Tirol

Defereggental: Temporäre Öffnung ab Dienstagfrüh?

Arbeitspendler und Lieferanten sollen morgens und abends passieren dürfen.

Wenn es die Sicherheit zulässt, soll ab übermorgen Dienstag die L 25 Defereggentalstraße nach dem Felssturz zwischen dem Mellitztunnel und der Mellitzgalerie im Gemeindegebiet von St. Veit temporär zwischen 6.00 und 8.00 Uhr sowie 18.00 und 20.00 Uhr unter Einhaltung strenger Sicherheitsstandards wieder befahrbar sein. Das ist das vorläufige Ergebnis eines Lokalaugenscheins von Fachexperten der Bezirkshauptmannschaft Lienz, des Baubezirksamtes Lienz und der Landesgeologie gemeinsam mit den betroffenen Bürgermeistern Ingo Hafele (St.Jakob) und Vitus Monitzer (St. Veit).

Lokalaugenschein von Experten der Bezirkshauptmannschaft Lienz, des Baubezirksamtes Lienz und der Landesgeologie am Sonntag im Defereggental. Foto: Markus Thönig

Beobachtungsposten sollen die einspurige Passierbarkeit des betroffenen Straßenabschnittes regeln. Ob dieses Ziel der temporären Öffnung ab Dienstagfrüh eingehalten werden kann, werde sich im Laufe des morgigen Tages weisen. Ab morgen Früh werden Lebensmittel und Dinge der Grundversorgung mit dem Hubschrauber nach St. Veit und St. Jakob gebracht. Der zuständige Landesrat Josef Geisler betont, man unternehme „alles Menschenmögliche, um der Bevölkerung im Tal so schnell wie möglich wieder eine sichere Verkehrsverbindung auf der Straße bereitstellen zu können“.

Die Abräumarbeiten an der Abbruchstelle sind inzwischen abgeschlossen. Eine weitere Räumung ist nach Einschätzung der Landesgeologie derzeit nicht möglich. „Deshalb räumen wir mit einem Bagger das abgestürzte Fels- und Schottermaterial aus der Schwarzach, die an der betroffenen Stelle derzeit ein um rund fünf Meter höheres Flussbett aufweist. Dieses gilt es, wieder auf das ursprüngliche Flussbett-Niveau hinzubringen“, erklärte Harald Haider, Leiter des Baubezirksamts Lienz, Sonntagmittag nach dem Lokalaugenschein. „Zudem wird die Abbruchstelle mit einem Laserscanner regelmäßig vermessen.“

Bezirkshauptfrau Olga Reisner, die in den vergangenen Tagen einiges an Kritik einstecken musste, versichert: „Wir tun alles in unserer Macht stehende, schnellstmöglich vor Ort einen Sicherheitszaun anzubringen. Je nachdem, ob und wie schnell dies unter Einhaltung aller Sicherheitsstandards gelingt, könnte die Defereggentalstraße im betroffenen Abschnitt bei gutem Vorankommen der Arbeiten in etwa zwei Wochen wieder einspurig mit Ampelregelung geöffnet werden.“

Seit einigen Tagen wird an einem Notweg zwischen St. Veit und Hopfgarten gearbeitet, der in erster Linie Blaulichtorganisationen zur Verfügung stehen soll. Er wurde mittlerweile fertiggestellt. Der von der Agrar Lienz gebaute Weg kann voraussichtlich ab morgen Nachmittag für Einsatzfahrten zur Verfügung stehen. Eine zweispurige Öffnung der Defereggentalstraße und somit eine uneingeschränkte Verkehrsführung werde erst in einigen Wochen realisierbar sein, teilt die Presseabteilung des Landes mit.

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3 Postings bisher
Kaffeesud

Zu atmsix: Ich gebe Dir vollkommen recht! Bei den heutigen BGM´s fehlt die Entschlossenheit, das Durchsetzungsvermögen und vor allem Handschlagqualität! Wenn die BH-Reisner ein Machtwort spricht sind jene leider scheinbar gelähmt, schade, sehr schade!

bergfex

Der zuständige Landesrat Josef Geisler betont, man unternehme „alles Menschenmögliche, um der Bevölkerung im Tal so schnell wie möglich wieder eine sichere Verkehrsverbindung auf der Straße bereitstellen zu können“.

Wenn ich das Wort Geisler schon höre , fühle ich mich "gegeiselt". Was hat der "gute" Mann bis jetzt schon geleistet auser blabla ?

atomsix

Ich muss den streitbaren Deferegger Bürgern einfach gratulieren! Es tut wohl, zu sehen, wie man sich mit entsprechendem Nachdruck, dem Verweis auf den Hausverstand und logisches Denken gegen Behördenwillkür wehren kann. Das moderne Vollkasko-Krisenmanagement unserer Behörden - in diesem Fall der BH - besteht immer häufiger in erster Linie aus Sperren, Verbieten und bei Zuwiderhandlung bzw. Eigeninitiative - Abstrafen. Das alles jedoch mit wenig Rücksicht auf die betroffene Bevölkerung. Es wird bei Entscheidungen mit großer Tragweite noch kaum der Funke eines Risikos eingegangen. Man hat den Eindruck, dass die Spitzenbeamten bzw. Entscheidungsträger stark darauf bedacht sind, sich selbst in ihrer Funktion zu schützen. Vielleicht geht man bei den zahlreich stattfindenden Katastrophenmanagement-Schulungen zukünftig auch auf diese "Gefahrensituation" ein. Es täte jedenfalls nicht schaden. Die beiden Bürgermeister haben in solchen Situationen leider nur wenig Einfluss und sind mangels Zuständigkeit zu Bittstellern degradiert.