Es kostet drei Millionen Euro und soll um weitere sieben Millionen saniert werden: Schloss Weißenstein in Matrei. Foto: Expa/Groder

Es kostet drei Millionen Euro und soll um weitere sieben Millionen saniert werden: Schloss Weißenstein in Matrei. Foto: Expa/Groder

NEOS: „Wieso kauft ein Straßenerhalter ein Schloss?“

Landtagsanfrage soll Sinnhaftigkeit des Millioneninvestments der FAG klären.

„Wieso kauft ein Straßenerhalter, an dem das Land Tirol mit mehr als einem Drittel beteiligt ist, ein Schloss aus dem 12. Jahrhundert?“ Das ist eine der Fragen, die sich Andreas Leitgeb, Abgeordneter der Tiroler NEOS stellt und die er von der Landesregierung beantwortet haben möchte. Wie berichtet soll Schloss Weißenstein – ein Wahrzeichen von Matrei in Osttirol – von der Felbertauernstraßen AG gekauft werden. FAG-Geschäftsführer Karl Poppeller spricht von einer „Jahrhundertchance“ – denn mit dem Schloss, dass man künftig für die Öffentlichkeit zugänglich machen möchte, würde die FAG auch rund 15 Hektar Grund erwerben. Benötigen würde man diese Flächen für die Errichtung von Schutzbauten und da würde im Tauern- und Iseltal Grund bevorzugt getauscht statt verkauft.

Gibt es ein Nutzungskonzept? Wer zahlt die Folgekosten? Andreas Leitgeb (NEOS) hinterfragt den Kauf von Schloss Weißenstein durch die Felbertauernstraße AG. Foto: NEOS

„Ist es wirklich notwendig, sich ein Schloss um 3 Millionen Euro anzuschaffen und dann noch 7 Millionen Euro in die Renovierung zu investieren?“, zweifelt der pinke NEOS-Abgeordnete. Für Aufklärung soll eine schriftliche Anfrage sorgen: „Wir wollen von der Regierung wissen, ob es bereits ein Nutzungskonzept für Schloss Weißenstein gibt und ob nicht eine andere und kostengünstigere Möglichkeit bestanden hätte, benötigte Grundflächen zu erwerben. Auch dürften die Folgekosten für den Betrieb nicht außer Acht gelassen werden“, erklärt Leitgeb.

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27 Postings bisher
senf

in sachen schloss weissenstein gebe ich mich egoistisch und freu mich, dass das alte, talprägende objekt nun von einem finanzstarken und öffentlichen unternehmen sozusagen um punkt 12.00 uhr erworben wurde und damit gesichert und erhalten bleibt.

ob nun die FAG ihren verwaltungssitz oder der nationalpark ein infozentrum unterbringt oder ganz einfach ein museum daraus wird, sei dahingestellt, allein die konservierung reicht für den moment.

zur besseren wahrnehmung des bauwerks würde ich ein paar bäume neben der straße entfernen, ein tempolimit einführen und park/rastplatz etwas vergrößern. damit kommt die straße ihrem motto als aussichtsstraße ein stück näher.

Tette

Die Neos in Nordtirol sollen sich um Nordtirol Gedanken machen. Herr Ebner, der sonst von allen einfordert, Osttirol zu verteidigen, ist da aber natürlich parteihörig. Einfach nur schwach!

Oschtadio

wolf_c ich meine das Kleinod /Stein oberhalb der Straße hat seinerzeit der Nationalpark schon übernommen?

    wolf_c

    den nationalpark geht das nichts an, der eigentümer wäre verantwortlich, lässt aber verfallen und wartet seit jahren auf den abbruchbescheid ... ein beispiel wie worte über traditionalität und bewußtsein und regionalität leicht von der zunge gehen bei allen möglichen veranstaltungen und begründungen, kommts aber darauf an, ist niemand verantwortlich!

      senf

      wolf_c: die eigentümer würden auch dir das objekt kostenlos überlassen, vorausgesetzt, du wärst in ihren augen ein starker partner, der was draus macht. also melde dich beim obmann der agrg. nikolsdorf. stell dich dort aber nicht mit wolf_c vor, denn dann blitzt du ab!

wolf_c

hoffentlich interessiert sich die AG auch für -stein- oberhalb der strasse, dies ist ein kulturdenkmal und es ist so traurig daß es die million dafür nicht gibt, und niemand wichtiger und mächtiger des bezirks den wert dieses ortes für alle erkennt

Domenik Ebner

Wir NEOS haben überhaupt kein Problem, wenn ein historisch wertvolles Schloss mit Grund gekauft wird! Ganz im Gegenteil, wenn es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird & somit touristisch genützt wird ist das absolut zu begrüßen.

Wir möchten aber gerne wissen wie z.B.: das Nutzungskonzept aussieht oder wieviel Geld für die Renovierung veranschlagt wird und woher das Geld kommt.

Laut TT Interview vom Herrn Poppeller hofft (!!!) man auf Gelder von Denkmalämtern für die Renovierung und es gibt kein ausgearbeitetes Konzept.

Da fragt man sich schon ob man ausreichend darüber nachgedacht hat...?

Die Beantwortung unserer Anfrage bei der Landesregierung wird dies zeigen - bis dahin beste Grüße 😀

    Tette

    Lieber Herr Ebner, glauben Sie, dass die FAG 3 Mio investiert ohne sich Gedanken zu machen, was nachher kommt. Denken Sie mal bitte darüber nach. Populismus der Sonderklasse!

    innocentalpaca

    ... wenn es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird...

    Euch NEOS wäre ja am liebsten alles zu privatisieren bzw. in die Hände der Großkonzerne und -investoren zu geben... wirtschaftspolitisch von der ÖVP kaum zu unterscheiden, eigentlich ja schade!

bergfex

Wäre es dem NEOS lieber ein Russe oder ein Chinese würde das Schloss kaufen??

Stick

Schön, wenn sich die Neos aus Nordtirol (nicht in Osttirol?) Gedanken darüber machen, was mit den Mautgeldern passieren soll, die im Tiroler Anteil der Felbertauernstrasse, also ausschließlich auf Matreier Gemeindegebiet, erwirtschaftet werden. Matrei ist nach der Republik Österreich und dem Land Tirol übrigens drittgrößte Aktionärin der FAG. 1,4 Millionen Fahrzeuge fahren dort pro Jahr durch, was bekanntlich nicht nur Vorteile mit sich bringt, sondern auch gewisse Belastungen für die anwohnende Bevölkerung, insbesondere durch steigenden Transitverkehr. In Nordtirol erhalten die unmittelbaren Anrainergemeinden entlang der Brenner Autobahn von der ASFINAG sogar einen bestimmten Prozentsatz der Streckenmautgelder als direkte Entschädigung. In Osttirol wurde hingegen die Osttiroler Investment GmbH (OIG) gegründet (75% FAG und 25% Land Tirol) welche Investitionen in Tourismus und anderen Wirtschaftszweigen in allen 33 Osttiroler Gemeinden, von Obertilliach bis Kals am Grossglockner, unterstützt. Bereits in der Gründungssatzung der FAG 1961 wurde verankert, dass die Strassengesellschaft 'im unmittelbaren Aufschliessungsgebiet' auch Investitionen in Tourismus und regionale Wirtschaft unterstützt, fördert oder selbst durchführt: Was sollte also naheliegender sein als das, direkt an der Mautstrasse gelegene, älteste Profangebäude Osttirols, mit über 16 ha an Grundflächen? Diese einzigartige Liegenschaft (durch welche die Felbertauernstrasse ja unmittelbar durchführt), bietet jetzt perfekte Chancen, sowohl strategisch für die Strassengesellschaft selbst, als auch z.B. bildungstechnisch und touristisch für die gesamte Iselregion. Die Marktgemeinde Matrei in Osttirol ist seit der Ländervereinbarung von Heiligenblut im Jahre 1971 auch Sitz des drei Bundesländer und die Republik umfassenden Nationalparkrates (ursprünglich NP-Kommission) sowie der Nationalparkakademie Hohe Tauern. Die Marktgemeinde hat diesbezüglich bereits 2002 entsprechende Flächenwidmungen im Schlossareal vorgenommen, darunter auch für ein mögliches Nationalparkerlebniszentrum, welches in Tirol (nach Mittersill in Salzburg und Heiligenblut/Mallnitz in Kärnten) noch fehlt. Dass jetzt ausgerechnet seitens der Neos (als selbsternannte Bildungslobbyisten) über diese Jahrhundertchance in der Osttiroler Nationalparkregion gemotzt wird (welche der Lienzer Talboden mit Schloß Lengberg, die Stadt Lienz mit Schloß Bruck und das Oberland mit der sensationell gelungenen Revitalisierung der Burg Heinfels) bereits professionell genutzt haben, ist absolut unverständlich: Aufklärenswürdig in diesem Zusammenhang ist jedenfalls die hintergründige Rolle des Osttiroler 'Neos-Chefs' Dominik Ebner, der zwar (als Manager eines großen Pustertaler Industriebetriebes) 'Heinfels' begrüßt, im Iseltal bei 'Weissenstein' aber offensichtlich seinen Nordtiroler Kollegen LA Andreas Leitgeb (lt. Wikipedia vormals polizeilicher 'Fachbereichsleiter für Geschwindigkeitsü erschreitung'...) vorschiebt? Was möchten die Neos denn im Iseltal kontrollieren? Eine Geschwindigkeitsüberschreitung beim Kauf von Schloß Weißenstein kann es wohl nicht sein, da es über 30 Jahre gedauert hat, dieses (nach Schloß Bruck, Lengberg und Heinfels) endlich wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

    Domenik Ebner

    Grüß Sie, habe im letzten Posting erklärt, was wir gerne wissen möchten - und warum.

    Festhalten möchte ich schon, dass wir in Osttirol eng mit unseren Nordtiroler Freunden zusammenarbeiten - da wird keiner irgendwie vorgeschoben.

    Kontrolle ist das Stichwort - das ist meine/unsere Rolle. Die nehmen wir Neos ernst.

    Zur Burg Heinfels - wenn ein Privatunternehmen investiert steht - wie man hier ausgezeichnet sieht - ein Konzept dahinter - das fehlt leider bei Schloss Weißenstein.

      Stick

      @ Domenik: Wenn jemand in dieser Frage konzeptlos sein sollte, dann sind's wohl die voreiligen Neos! Ein aufwendiges Konzept erstellen lassen, bevor man etwas überhaupt gesichert erwerben konnte, das nenn ich dann mal stranded kosts, Herr Ebner. Sie scheinen in ihrer grenzenlosen Neugier da relativ isoliert zu sein.... Die Grundausrichtung bei 'Weissenstein' ist jedenfalls schon viele Jahre klar und die mögliche Nutzung durch die Widmung der Gemeinde vorgegeben. 'Heinfels' ist sicher Paradebeispiel einer gelungenen Kooperation zwischen regionaler Renovierungsinitiative, privatwirtschaftlicher Lebensmittelindustrie und öffentlicher Hand: Schon dafür brauchte aber niemand die NEOS oder andere politische Parteien. Sie können aufgrund ihrer niedrigen Resonanz unterhalb relevanter Wahrnehmungsgrenzen in Osttirol offensichtlich keinem weiß machen, dass in 'Heinfels' keine öffentlichen Mittel der Gemeinden und des Landes, z.B. in Form der gemeinsamen 'Gedächtnisstiftung' geflossen wären: Deren Höhe ist hinreichend bekannt und das ist auch gut so. Das Letzte, was aber bei 'Weissenstein' gerade in dieser frühen Phase nach Meinung der meisten OsttirolerInnen gebraucht wird, sind derart sinnlose 'Gschaftlhubereien' der Nordtiroler NEOS, angeleiert leider aus Osttirol!

      Tette

      Loacker hat die Burg Heinfels nun schon seit Jahren in Besitz und erst in der jüngeren Zeit haben sie ein Konzept zur Nutzung umgesetzt. Mit der FAG hat sogar ein einheimisches Unternehmen investiert. Aber man will ja nur wieder billig in die Medien. Statt zu gestalten können die Neos nur kritisieren. Ein sehr wertvoller Beitrag für die Allgemeinheit.

      innocentalpaca

      "Statt zu gestalten können die Neos nur kritisieren. Ein sehr wertvoller Beitrag für die Allgemeinheit."

      Und nicht mal das können sie...

todo

Vielleicht sollte die Maut angehoben werden, denn dann könnte die Felbertauernstrassen AG noch mehr Schlösser kaufen!

motinga

bin mit den Postings der anderen absolut einverstanden! wieviel Geld hat denn der Staat und das Land in die Swarofski gesteckt???? von der Swarofskiwelt ganz zu schweigen. doch dort werden jetzt hunderte Arbeiter auf die Straße gestellt!! also rausgeworferne Gelder gibts ja kaum liebe NEOS

    Domenik Ebner

    Hi Motinga, sorry - aber des eine hat mit dem anderen genau überhaupt nix zu tun.

    Die Gründe für die Anfrage hab ich in den Postings dargelegt.

    Schönes Wochenende 😀

realist

Wenn man keine Ahnung hat sollte man auf solche Einwürfe verzichten! Kritisiert lieber eure Abgeordneten-Kollegen von der Türkisen Partie in Sachen Covid-Management!

    Domenik Ebner

    Hi Realist, genau weil keiner hier eine Ahnung zu haben scheint was mit dem Schloss genau passieren soll, was das kosten wird und wer bezahlt, stellen wir diese Anfrage.

    Mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen gehenüber dem Covid-Management sind wir auf allen Ebenen präsent - siehe vergangene Artikel.

    Beste Grüße

Waldkauz

@Domenik Ebner Vielleicht können Sie ihrem Parteikollegen erklären wie wichtig der nachhaltige Erhalt dieses Baudenkmales für Osttirol ist. Ein einmaliges Gebäude das unbedingt erhalten werden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden muß!! Auf diese Zwischenrufe aus Nordtirol können wir wirklich verzichten.

Nudlsuppe

Also mit gfällts, dass die Felbertauern AG das Schloß gekauft hat!! Was macht der Loacker mit einer Burg? Und wie super ist jetzt Burg Heinfels hergerichtet? Das ist Kulturgut und so ein Schloß renoviert ist ein Pluspunkt für die ganze Region. Es wurde schon für viel größeren Blödsinn viel Geld ausgegeben. Warum nicht für Schloss Weißenstein? Ich freue mich schon darauf, wenn es dann in einigen Jahren vielleicht öffentlich zu besichtigen ist!

Domenik Ebner

Chancen sind gut wenn man diese nutzt - sofern das Konzept dahinter es nachhaltig und sinnvoll ist.

    Tette

    Bitte lassen Sie den Populismus. Die Leute haben echt andwre Sorgen.

    bergfex

    @Domenik Ebner, sie sind hier wohl der Wichtigmacher, der aber sehr wenig Einblick in die Sache hat. Was haben die NEOS schon als Erfolg vorzuweisen?

    Um was geht es ihnen denn in Wirklichkeit?

    Vielleicht sind sie so frustriert weil sie keiner interessiert.

tauernwind

Mir ist tausend mal lieber wenn öffentliches Geld in einem Schloß aufgeht wo die Öffentlichkeit wenigstens irgendwann mal einen Teil davon zu Gesicht bekommt.

Andere öffentliche Gelder gingen in Konzernen auf die nun mal schnell über 1000 Mitarbeiter abservieren, wo ist da ein Nutzungskonzept?

Oder soll diese Immobilie ein Russe oder Saudi kaufen und in ein Edelhotel verwandeln wo sich ein normal arbeitender Mensch nie eine Nachst leisten können wird ?