Tiroler Ärztekammer kritisiert Land wegen Impfeinladung

Einladung zu Impfstraßen als „Abwerbung der Impfwilligen aus den Praxen“?

Das Land Tirol sieht sich wegen einer Impfeinladung mit Kritik der Ärztekammer bzw. der niedergelassenen Ärzte konfrontiert. Der Hintergrund: Das Land hatte all jene, die sich über www.tirolimpft.at zur Impfung vorangemeldet hatten, in einem Rundmail über den Start neuer Impfstraßen informiert. Die Folge dieser „Abwerbung der Impfwilligen aus den Praxen“, sei eine „kaum bewältigbare Fülle an Anrufen verunsicherter Menschen“ dort gewesen, so die Ärztekammer.

Denn auch jene, die sich dezidiert für einen Impftermin bei ihren Vertrauensärzten angemeldet hatten, hätten in dem Rundmail lesen können, dass auch für sie die Möglichkeit bestünde, sich „weg vom Impfen in der Arztpraxis hin zur Impfung in einer Impfstraße zu entscheiden“, bemängelte die Standesvertretung in Person von Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger. Auch wenn es wichtig sei, den „Impfprozess zu beschleunigen und dafür zu sorgen, dass die Tiroler Bevölkerung rasch geimpft wird“, so rechtfertige das nicht diese Vorgangsweise gegenüber diesen Personen, denen diese Woche der Impfstoff für Erstimpfungen gestrichen worden sei, betonte Wechselberger.

Schließlich brauche man beides – Impfen in den Arztpraxen und in den Impfstraßen. Und beide würden dazu Impfstoff benötigen. „Es kann nicht sein, dass dieser den Praxen vorenthalten und in die Impfstraßen umgeleitet wird“, sagte der Ärztekammerchef und forderte die „Gleichbehandlung“ jener, die eine Impfung in den Arztpraxen präferieren. Schließlich wären die niedergelassenen Ärzte schon „diese Woche voll im Impfeinsatz, wenn ihnen der bestellte Impfstoff in die Praxen geliefert worden wäre“.

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