Durch die Weiten des Alls mit Stanislaw Lem

Audio: Claudia Kopf liest aus den „Sterntagebüchern“ Ijon Tichys Siebente Reise.

In der Literatur hat sich kaum ein Autor so intensiv mit komplexen Zeitphänomenen auseinandergesetzt wie Stanislaw Lem (1921-2006). Er gilt als vorausschauender Visionär und Utopist, der die komplexesten Technologien bereits Jahrzehnte vor ihrer tatsächlichen Entwicklung erdachte. So schrieb er bereits in den 1960er und 1970er Jahren über Themen wie Nanotechnologie, neuronale Netze und virtuelle Realität. Es stellt sich natürlich hier, wie immer in der Science-Fiction, die Frage, war Lem ein Visionär, oder wurden diese Technologien von Lem-Fans aufgrund seiner Visionen überhaupt erst entwickelt.

Lem selbst wollte sich eher ungern als Science Fiction Autor bezeichnen. Er wünschte sich, dass die Vielschichtigkeit seines Werkes wahrgenommen wird, das direkt oder indirekt auch ethische Aspekte technischer Entwicklungen thematisiert, etwa bei Gentechnik, menschlichen Robotern oder künstlicher Intelligenz.

Stanislaw Lem. Foto: Mariusz Kubik

Besonders in Lems 1966 erschienenen „Sterntagebüchern“, vor allem in der siebenten Reise des Raumfahrers Ijon Tichy, tauchen Beschreibungen auf, von absurden Erlebnissen im Umgang mit Einsamkeit, alternativen Zeiterfahrungen und den Tücken technischer Neuerungen.

Lems Texte haben mehr als nur eine Generation begeisterter Leser nicht nur inspiriert sondern auch unterhalten und begleitet. Die einzelnen Kurzgeschichten sind chronologisch aber unvollständig nummeriert.

Siebente Reise: Als Ijon Tichy sich alleine auf dem Weg zu Beteigeuze befindet, zerstört ein kleiner Meteor die Steuerung seiner Rakete. Eine Reparatur wäre problemlos möglich, immerhin hat Tichy Ersatzteile und Werkzeug dabei. Alleine eine zweite Person fehlt ihm, um das andere Ende der Schraube zu halten. Ohne die Möglichkeit zu steuern, gerät Tichy in mehrere Gravitationsstrudel, die unterschiedliche Zeitüberschneidungen erzeugen. Und darin liegt am Ende auch die Lösung seines Problems. Doch hören sie selbst.


Die Lesereihe „Unerwartete Begegnungen“ wird vom Literaturkreis der Stadtbücherei Lienz realisiert, dessen Mitglieder die Texte ausgewählt und selbst eingelesen haben. Ursprünglich waren adventliche Lesungen in der Bücherei geplant, die aber der Pandemie zum Opfer fielen. 

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