Nordschule Lienz: Kosten steigen auf 27 Mio Euro

Teuerungen im Bausektor erfordern Korrektur des Kostenplans. Containerschule verschlingt eine Million.

2019 kalkulierte die Stadt Lienz für den Umbau der Nordschule rund 17,9 Millionen Euro. Dass diese Rechnung nicht aufgeht, wusste man bereits 2021, als der Gemeinderat über die Preisexplosionen im Bausektor diskutierte. Mittlerweile wurden 68 Prozent der Aufträge für das Vorhaben vergeben und ein neuer Kostenplan berechnet. Diesen hat Bürgermeisterin Elisabeth Blanik in der Gemeinderatssitzung am 14. Juni vorgelegt. In der vorangegangenen Sitzung wurde darüber noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten.

Auch wenn das Team Lienz weiterhin am Standort zweifelt, gibt es kein Zurück mehr. Die Baustelle im Norden der Stadt wird rund 26,8 Millionen verschlingen, der Umbau der Nordschule kostet also rund neun Millionen Euro mehr als geplant. Ein Kostenfaktor ist auch die Übergangslösung für Schüler:innen und das Lehrpersonal. Mittlerweile steht nicht nur der Standort der angedachten Containerschule fest, sondern auch der Preis, der dafür fällig wird. Eine Million Euro kostet das Containerdorf, das in der Grafendorferstraße aufgestellt wird. Direkt daneben baut SPAR gerade seine Filiale neu.

Die Mittelschule Nord beendet das Sommersemester eine Woche früher und bewohnt ab Schulbeginn im Herbst die Container im Moarfeld. Währenddessen werden die Schüler:innen des Polytechnikums in die alte Pflegeschule beim Krankenhaus übersiedelt. Für die Volksschüler:innen ändert sich zunächst nichts. Nach einem Jahr dürfen die Schüler:innen der Mittelschule dann ihre neuen Klassenzimmer beziehen, während die Bauarbeiten am Volksschultrakt beginnen. Im Herbst 2024 soll das neue Schulzentrum fertig sein.

In der Grafendorferstraße wird derzeit das Fundament für die Containerschule errichtet. Die obere Baustelle im Bild ist der Neubau der SPAR-Filiale. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Auf der Baustelle in der Grafendorferstraße herrscht bereits reger Betrieb, derzeit werden die Fundamente für die Containerschule gegossen. „Der Humus wird auf dem Areal des ehemaligen Bundeskonvikts zwischengelagert und nachher wieder auf der Containerfläche aufgetragen“, so Blanik. Wie bei den allgemeinen Baukosten beteiligen sich die Gemeinden des betroffenen Schulsprengels auch an der Containerschule. Eine Förderung ist nicht möglich, weil das Land Tirol die „Blechschule“ als Zusatzkosten verbucht und nicht als Bauinvestition.

Bei den Gesamtkosten will man jedoch mit dem Land über Bedarfszuweisungen verhandeln. Wie Stadtkämmerer Peter Blasisker vortrug, erhöht sich durch die Kostenexplosion auch die Höhe des Bankdarlehens für die Nordschule von rund elf auf 18 Millionen Euro. Davon entfallen 61 Prozent auf die Stadt Lienz, den Rest zahlen die Sprengelgemeinden zurück. Die Kosten für die Containerschule möchte man laut Blasisker ebenfalls mit einem Darlehen über zwei Jahre tilgen.

In der Diskussion im Gemeinderat wollte Franz Theurl (Team Lienz) wissen, wie der Preis gegen weitere Teuerungen abgesichert wird. „Die Preise wurden für ein Jahr lang als Festpreise fixiert“, informierte die Bürgermeisterin und Stadtbaumeister Klaus Seirer warf ein: „2024 werden wir dann sehen, wo der Indexwert liegt.“ Theurls Teamkollegin Ursula Strobl erkundigte sich nach einem Sportplatz im Freien: „Ist das bei der Nordschule geplant?“ Blanik verneinte, verwies jedoch auf die drei geplanten Indoor-Sporthallen und die vielen Bewegungsmöglichkeiten in der Umgebung.

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz Journalismus und Public Relations. Er ist Reporter mit Leib und Seele, am liebsten mit Mikrophon und Kamera unterwegs und leitet das Sportressort bei Dolomitenstadt.

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13 Postings

amRande

Ich hätte damals die Franz Josefs-Kaserne um eine Million gekauft. Dann um etliche Millionen adaptiert und wir hätten eine tolle (und representative!) Schule. Aber lieber wartet man solange, bis die Baukosten den Plafond erreicht haben, und dann baut man (um). Schildbürgerstreich pur!

 
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Klettermaxi

JEDER mit Hausverstand, versteht, dass mein Posting ironisch gemeint war, lieber Herr studierter Schwarzer....

 
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wolfgangwien

Eine Kostensteigerung von 50 % in so kurzer Zeit lässt sich aber, nur auf Grund der derzeitien Kostensteigerungen, sicherlich nicht erklären.

Da wurden bei den Beschlußfassung dem Gemeinderat wahrscheinlich nicht alle Kosten gekanntgeben, bzw. seither wesentlich Änderungen vorgenommen. Aber das ist bei öffentlichen Baumassnahmen leider inzwischen schon die Standardvorgehensweise.

Ein Kostendebakel ist vorprogrammiert.

 
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chiller336

stur und verbohrt .... das einzige was mir dazu einfällt. den humus inzwischen in der baugrube deponieren, die den perfekten platz für ein schulzentrum abgegeben hätte. mit großen Sportanlagen innen und außen. hat man sowas shcon gehört? was der bauer nciht kennt, das frisst er nicht - leider allzu wahr in diesem fall. mit diesen investitionskosten liesse sich mit ein wenig mehraufwand ein komplett neues, modernes schulgebäude finanzieren, aber lieber investiert man in eine in die jahre gekommene betonburg ohne seele und versucht mit etwas schminke das ansehen zu heben - einfach lächerlich

 
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    SCHWARZER Hannes

    Der Platz des ehem. Bundeskonvikts gehört dem Bund, Gespräche wurden zwar geführt, aber nicht zufriedenstellend: Verkehrsproblem Grafendorferstrasse nicht gelöst, beim Gymnasium schon jetzt Chaos, die Maxilimianstrasse / Ploner- und Rennerstrasse werden früher oder später eine 'Ausfahrt' brauchen.

    Auch von großen Sportanlagen ist da wohl keine Rede: Grundstück ist kleiner als der jetzige Standort, eine gemeinsame Nutzung des Sportplatzes mit Gymnasium ist nicht möglich: ZEIT !!, im Neubau sind 3 (drei!!) Turnhallen vorgesehen, im Gym sind es 2! (bei angenommenen 30 Klassen im Gymnasium und 2 Turnstunden pro Woche = 60 Stunden, dazu kämen 15-20 weitere Klassen, das wären dann also 90-100 Stunden Sportplatzbedarf bei 5 Tagen/Woche).

    chiller: ansonsten sind Deine Posts eher sachlich argumentiert, dieser ist blanker polemischer Unsinn! Der Mehraufwand würde, sagen wir einmal 1/3 betragen, ein Grundankauf in geeigneter Grösse (4-6 MIO) und der Abbbruch und Deponierung (3-5 MIO) der alten Schule zusammen nochmals mindestens 1/3, dann wären wir bei 50 Mio. Ist da nicht die 'Schminke' günstiger ?

     
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aktuell

Ein baufälligen Betonklotz in denkbar schlechter Lage für eine Schule soll um 27 Millionen Euro saniert werden? Wenn dann Rechenschaft über diese Fehlplanung gefordert wird, gibts üblicherweise keine Verantwortlichen! Man tritt einfach zurück, und schon ist die Sache erledigt.

 
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    SCHWARZER Hannes

    Wenn der 'Klotz' nicht 'baufällig' wäre, müsste er ja nicht saniert werden! Irgendwie ein Widerspruch in Ihrer Aussage! Der 'Klotz' ist aber wiederum nicht so baufällig, dass sich eine Sanierung nicht rechnen würden. Haben Sie eine Ahnung von den Vorgängen rund um einen Bau im Allgemeinen und Detailwissen von dieser Schule im Speziellen? Vermutlich nicht. Die Entscheidung, diese Schule(n) auf diesem Standort zu sanieren ist schon 2009 unter Bgm Hibler gefallen!

    Nur ein paar Punkte zur Erläuterung: Volksschulen sollten zu Fuss erreichbar sein: in und um das Moarfeld wohnen nun mal sehr viele junge Familien (Zeiner-,Tischlerfeld), die Schülerzahlen sanken sehr stark, daher werden in der VS 8 Klassenräume weniger benötigt als noch vor 40 Jahren, die alte Schule an das BKH abzutreten, würde bedeuten, dass die Stadt den Kaufpreis quasi an sich selbst (als BKH Mitglied mit dem größten Abgangsanteil) zahlte, usw..

    Haben Sie schon einmal daran gedacht, welche Kosten für Abriß und vor allem für die Entsorgung des Baumaterials der alten Schule anfallen würden ? Jeder , der zu Hause schon einmal ein 'Wandl' herausgerissen hat, kennt die Kosten nur eine einzigen Mulde Bauschutt.

    Von schlechter Lage zu sprechen, zeugt von Unkenntnis: Die Schule liegt zentral für die große Wohngegend, ist für die Kinder zu Fuß oder per Bus in 3 Minuten erreichbar, wird autofrei ausgeführt, die Lage ist sehr ruhig, manchmal auch spannend, wenn ein Hubschrauber landen muß.

    Der spannendste Punkt am Schluß: Ein Neubau auf einer grünen Wiese (sofern leistbarer Boden gefunden werden kann, Boden wird wieder versiegelt) würde nochmal 10-15 Mio mehr kosten (ohne Entsorgung Altschule), Busverkehr würde zunehmen (alle Kinder brauchen Bus), Parkplätze für Lehrpersonen notwendig (beim BKH: Garage) und fände kaum die Zustimmung der Sprengelgemeinden! Diese sind immerhin zu 39% an den Kosten beteiligt.

     
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      blablabla

      Haben alles richtig gemacht😃

       
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Wähler

Meiner Meinung nach komplette Fehlplanung und nicht dem jetzigen Standard einer Schule entsprechend. Kein Sportplatz im Freien. Keine Infrastruktur für Nachmittagsbetreuung. Die jetzige ist ja auch einer Stadt wie Lienz unwürdig. Keine sinnvolle Anbindung an öffentlichen Verkehr, keine Grünfläche dass Kinder etwas mit in und von Natur erfahren können. Diese Planung und den Bau können nur Oersonen frei geben die selber keine Kinder mehr im schulpflichtigen Alter haben. Vielleicht hätte die Gemeinde eine Exkursion nach Virgen nachen sollen.

 
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    keinexperte

    Wenn man will, findet nan überall ein Haar in der Suppe. In unserer Gegend haben die Kinder den ganzen Nachmittag Grünflächen und Natur vor der Haustüre. Natürlich nur dann, wenn Eltern oder Großeltern nicht zu bequem sind mit den Kindern die Natur zu erkunden.

     
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      Wähler

      Es gibt Alleinerziehende die keine Großeltern und keinen Garten haben. So nebenbei gibt es auch Familien in denen beide Eltern arbeiten und Kinder in Betreuung sind, weil Haus zu zahlen, Frauen nicht im Alter in Altersarmut wollen..... Glauben sie dass das alles faule Leute sind?

       
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Klettermaxi

Eh wurscht, was es kostet. Is eh nur unser Steuergeld und das wurde in den letzten 2,5 Jahren schon von Politik & Co mit vollen Händen vergeudet. Da kommts auf ein paar Mille auch nimmer an...🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈

 
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    SCHWARZER Hannes

    Schon mal Alternativen angedacht: zruck in den Wald, auffi auf die Bam ! So eine blöde Meldung! Es ist natürlich nicht 'wurscht' was es kostet, aber haben Sie Alternativen, dann bitte heraus damit! Oder sonst wie bei amerikanischen Filmhochzeiten: möge er ewig schweigen, der klettermaxi ! (oder erst dann wieder sprechen, wenn nach ausreichender Schulbildung aus dem 'maxi' ein 'max' geworden ist)!

     
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