Das Architekturbüro Mohr Architekten entschied mit diesem Entwurf für das neue Haus der Physik am Campus Technik den Architekturwettbewerb für sich. Hier die Ansicht der Südseite. Visualisierung: Filippo Bolognese Images

Das Architekturbüro Mohr Architekten entschied mit diesem Entwurf für das neue Haus der Physik am Campus Technik den Architekturwettbewerb für sich. Hier die Ansicht der Südseite. Visualisierung: Filippo Bolognese Images

Neues Haus der Physik für die Universität Innsbruck

BIG investiert 180,8 Mio. Euro in den klimafreundlich konzipierten Neubau. Fertigstellung 2028 geplant.

„Allein hier am Campus Technik sind wir in den letzten 20 Jahren um mehr als 50 Prozent gewachsen. Die räumliche Unterbringung der vielen zusätzlichen Lehrenden und Studierenden ist dieser Entwicklung natürlich hinterhergehinkt“, erklärt der Rektor der Universität Innsbruck, Tilmann Märk. Nach dem Bau des CCB im Jahr 2012 und dem aktuellen Neubau am Innrain 52 wächst die Universität Innsbruck nun weiter: Am Campus Technik entsteht ein neues Haus der Physik, in welchem Platz für 850 Studierende und 500 Mitarbeiter:innen geschaffen wird.

„Mit der Physik verfügen wir an der Universität Innsbruck über einen Fachbereich, der international in den drei Bereichen Quantenphysik, Ionenphysik und Astrophysik sehr sichtbar ist und regelmäßig mit Forschungserfolgen aufhorchen lässt. Das zeigt auch der jüngst zuerkannte Nobelpreis für Anton Zeilinger. Nach Jahren sehr schwieriger räumlicher Arbeitsbedingungen erhält dieser erfolgreiche Fachbereich ein entsprechend modernes und gut ausgestattetes neues Gebäude“, freut sich Rektor Märk.

Architekt Günter Mohr, Landesrat Anton Mattle, Landeshauptmann Günther Platter, Wissenschaftsminister Martin Polaschek, BIG-CEO Hans-Peter Weiss, Rektor Tilmann Märk und Bürgermeister Georg Willi mit dem Siegerprojekt für das Haus der Physik. Foto: Dolomitenstadt/Huber

Gestern Dienstag wurde von der Bundesimmobiliengesellschaft, der Universität Innsbruck, dem Wissenschaftsministerium, dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs für das Haus der Physik präsentiert. Das Architekturbüro Mohr Architekten setzte sich in dem EU-weiten Wettbewerb gegen 40 weitere Mitbewerber durch und überzeugte mit einem „im Sinne der Ökologie und Nachhaltigkeit sehr stimmigen Gesamtentwurf“, der die Jurymitglieder überzeugte. Das Wiener Architekturbüro ist in der Innsbrucker Universitätslandschaft nicht unbekannt, zeichnet es sich doch auch für den Neubau am Innrain 52 verantwortlich.

„Wir streben hier eine Zertifizierung mit klimaaktiv Gold an, dem höchsten Gebäudestandard für nachhaltiges Bauen“, erklärt Hans-Peter Weiss, CEO der Bundesimmobiliengesellschaft. Energieeffizienz wird über eine kompakte Bauweise, Photovoltaikanlagen und Wärmerückgewinnung angestrebt. „Das ist für den sehr intensiven Laborbetrieb ein wesentlicher Aspekt“, so Weiss. Gleichzeitig soll für den gesamten Campus Technik ein einheitliches Energiekonzept aufgesetzt werden.

Auf 25.000 Quadratmetern Fläche werden im neuen Haus der Physik ein lichtdurchfluteter Eingangsbereich, ein zweistöckiger Hörsaal für 300 Personen, Seminar- und Praktikumsräume, Büro- und Laborflächen entstehen. Letztere nehmen die größte Fläche im Haus der Physik ein. „Die Konzeption entstand den Vorgaben der Nutzer:innen folgend, so sind schwingungsempfindliche Versuchsräume etwa im Erd- und im Untergeschoss untergebracht und baulich von ‚Störbereichen‘ abgetrennt“, führt Weiss aus. Eine bestehende Parkgarage neben dem Neubau wird zu einem überdachten Fahrradabstellplatz samt Café umfunktioniert. Im Wintersemester 2028 soll das Haus der Physik in Betrieb gehen.

So wird der Vorplatz des neuen Physikinstitutes aussehen. Links im Bild die zum Café umfunktionierte Garage. Visualisierung: Filippo Bolognese Images

Die Bundesimmobiliengesellschaft investiert 180,8 Millionen Euro in den Universitätsneubau, das Land Tirol ist mit drei Millionen Euro beteiligt. Die Investition wird über Mietzahlungen des Wissenschaftsministeriums refinanziert. Angesichts der steigenden Baukosten wird das angesetzte Budget voraussichtlich nicht eingehalten werden, die Regierung habe allerdings bereits entsprechende Unterstützung zugesagt, erklärt Rektor Märk. Einsparungen werde man angepasst durchführen, sodass die beiden Hauptaufgaben – Lehre und Forschung – in bestmöglicher Form erfüllt werden können.

Indes ist neben dem dem Haus der Physik ein weiterer Neubau – ein neues Technologiezentrum – angedacht, das im aktuellen Entwurf bereits mitgeplant wurde. Dafür steht die Bundesimmobiliengesellschaft derzeit noch im Austausch mit dem Land Tirol, Noch-Landeshauptmann Günther Platter sieht auch dieses Projekt auf der Zielgeraden, mit der Universität Innsbruck habe man sich bereits einigen können. Umgesetzt wird dieses Konzept dann wohl von Anton Mattle werden, dieser freut sich, dass mit dem entstehenden Neubau das Institut für Physik  ein „Gesicht nach außen und innen“ bekommt.

Von einem Freudentag spricht auch der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi:  „Verdient haben es sich die großartigen Physiker:innen aus aller Welt, die in Innsbruck forschen, schon lange. Ihre bahnbrechenden Erfolge vor allem im Bereich der Quantenphysik verdienen es, dass ihre Arbeitsbedingungen auf ein zeitgemäßes Niveau gehoben werden.“

Anna Maria Huber studiert in Innsbruck, schreibt nicht nur für dolomitenstadt.at sondern auch für die Straßenzeitung 20er und betreut unser Redaktionsbüro in der Landeshauptstadt. Annas Stärken sind penible Recherchen und die Fähigkeit, komplexe Inhalte in klare und verständliche Artikel zu verwandeln.

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4 Postings

wolf_c

''Eine bestehende Parkgarage neben dem Neubau wird zu einem überdachten Fahrradabstellplatz samt Café umfunktioniert.'' ... dies dürfte die innovativste Klimatat sein des Projektes sein; der Rest erreicht optisch gesehen leider nit einen modernen Standard, schaut eher nach 'Abarbeiten' aus; trotzdem sei den Physikern viel Glück gewünscht, sie können ja nix für belanglose Architektur!!

 
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miraculix

Die TU-Wien hat schon vor Jahren ein "Plus-Energie-Bürogebäude" in Betrieb genommen. Dieses wurde durch eine aufwändige Sanierung zu dem was es heute ist. https://www.tuwien.at/fileadmin/user_upload/20220511_TUW_Building_and_Research.pdf

In diesem Artikel geht es um einen Neubau mit dem Vorteil, dass sich manches einfacher umsetzen lässt. In der Visualisierung für den "klimafreundlich konzipierten Neubau" (Utertitel) scheint das Konzept auf den ersten Blick auf eine grüne Farbgebung des Tragskellets und der Fassadenelemente reduziert. (Kann aber auch sein, dass das einfach bei der Visualisierung nicht berücksichtigt ist)

Das neue Institutsgebäude am Innrain hingegen scheint tatsächlich nicht unbedingt ein Paradebeispiel für energietechnische Innovationen: Obwohl es die gesamte Umgebung um mehrere Stockwerke überragt, was die Verschattungsproblematik praktisch ausschließt, ist die ganze Fassade absolut frei von Solartechnik. Damit fügt sich dieses Gebäude bestens in die gelebte Tiroler Baupraxis ein: Woher sollen den Planer auch wissen, dass in einem Bürogebäude laufend und dauerhaft Strom und Wärme benötigt werden, die von der Sonne ebenso laufend und dauerhaft kostenlos geliefert werden?

(Bitte um Nachsicht für meinen Sarkasmus, aber so viel Ign.... verursacht bei mir fühlbare Schmerzen.)

 
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    unholdenbank

    Das ist so: Wenn in Tirol einer Strom erzeugt, dann ist das die TIWAG und damit basta. Kein anderer darf Strom weder erzeugen noch transportieren. Und wenn einer trotzdem so keck ist, dann wird er fianziell so unter Druck genommen, dass ihm die Lust daran bald vergeht. Kein Tiroler Politiker wird diese Melkkuh TIWAG jemals schlachten ! Wenn sogar unser "neuer" LH Aufsichtsratvorsitzender dieser n Strukur ist.

     
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    senf

    @miraculix: 100 pro, danke für den link!

    Energiewende und Architektur:

    zwei pole, die sich im Neues Haus der Physik gegenseitig leider abstoßen.

     
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