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Eine Million Bäume wurden in Osttirol vergangenes Jahr gepflanzt, damit auf den Schadflächen wieder ein gesunder und widerstandsfähiger Wald entstehen kann. Foto: Land Tirol

Eine Million Bäume wurden in Osttirol vergangenes Jahr gepflanzt, damit auf den Schadflächen wieder ein gesunder und widerstandsfähiger Wald entstehen kann. Foto: Land Tirol

Borkenkäfer-Schaden: 30 Millionen Euro in Osttirol

Das Land Tirol stellt 2023 weitere 4,3 Millionen Euro für den Osttiroler Wald zur Verfügung. 

Ein Blick aus dem Fenster in die Osttiroler Bergwelt wirft nicht nur Sorgenfalten in die Gesichter von Waldbesitzern und Förstern, dass es unserem Wald nicht gut geht, ist selbst für Laien klar erkennbar. Die Sturmereignisse sowie der Schneedruck in den vergangenen Jahren hat den Fichtenwäldern, die durch die immer wärmeren Temperaturen stark geschwächt sind, zugesetzt und sie zu einem gefundenen Fressen für den Borkenkäfer gemacht. 

Das Land Tirol beziffert den Schaden, der allein im abgelaufenen Jahr vom Borkenkäfer im Bezirk Lienz verursacht wurde, auf rund 30 Millionen Euro. „Trotz aller Anstrengungen und einem enormen Personal- und Ressourceneinsatz konnten wir nicht verhindern, dass sich der Borkenkäfer in Osttirol ausbreitet. Die Maßnahmen konnten Schäden vermindern, aber nicht verhindern“, berichtet LH-Stv. Josef Geisler. 

Eine Million Bäume wurden im Jahr 2022 im Bezirk gepflanzt, damit nach Windwurf, Schneedruck und Käferbefall auf den Schadflächen wieder ein gesunder und widerstandsfähiger Wald entstehen kann. Für das Jahr 2023 werden für „den Kampf gegen den Borkenkäfer“ weitere 4,3 Millionen Euro vom Land zur Verfügung gestellt, so Geisler.

Hauptverantwortlich dafür, dass die bisher gesetzten Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt erzielten, seien die überdurchschnittlich warmen Temperaturen im Frühling und im Sommer. Dies sei „aus Sicht des Borkenkäfers ideal". Zugleich seien im Winter und Frühling nur zwei Drittel des Niederschlags gefallen. Dadurch hätten sich die Bäume nicht mit voller Kraft gegen das Einbohren der Tiere wehren können. 

„Das hatte eine beispiellose Massenvermehrung zur Folge", erklärt Landesforstdirektor Josef Fuchs. Der Einsatz von Fangbäumen, Fangschlägen und Trinet-Fallen, ein Fangsystem für Borkenkäfer, habe aber Tausende Bäume vor dem Borkenkäferbefall bewahrt.

In Nordtirol waren die Schäden durch Borkenkäferbefall 2022 ungleich geringer. Rund 100.000 Kubikmeter Käferholz fielen an. „Wir können uns aber auch in Nordtirol nicht zurücklehnen und müssen die Situation sehr genau beobachten. Vieles wird von der Witterung abhängen“, will Geisler Vorsicht walten lassen. Verstärkt unter Beobachtung stehen das Oberinntal im Raum Stams wie auch das Vordere Ötztal und das Stubaital.

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3 Postings

e-mission
vor 2 Jahren

ich könnte mir vorstellen, dass man mit den 30 millionen mit hilfe der chemie den porkenkäfer in osttirol ausrotten könnte. aber dann kleben sich die leute wieder an die fichten.

 
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    Burgi
    vor 2 Jahren

    ...außerdem kommt alles an Giften, die wir in die Umwelt verstreuen wieder zu uns zurück, über Trinkwasser, Nahrung....! Außerdem vernichten wir mit Insektengiften nicht nur die Borkenkäfer sondern auch nützliche Insekten, die wir als Bestäuber dringend brauchen!

     
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Burgi
vor 2 Jahren

Auch an diesem Beispiel sieht man, wie wichtig Artenvielfalt ist und ich hoffe inständig auf ein Umdenken der Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen in Osttirol: weg von Fichtenmonokulturen und hin zu artenreichen, klimafitten Wäldern mit höherem Laubholzanteil, damit sich so ein Schaden in Zukunft nicht wiederholt!!!

 
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