Die Staatsmeisterschaften im Eisklettern wurden heuer erstmals in Osttirol ausgetragen. Alle Fotos: Peter Märkl

Die Staatsmeisterschaften im Eisklettern wurden heuer erstmals in Osttirol ausgetragen. Alle Fotos: Peter Märkl

Luftige Bilder vom Spitzentanz im Eis

Am Wochenende wurden bei der Meisterschaft im Osttiroler Eispark die Pickel geschwungen. Slideshow!

In der kalten Jahreszeit tauschen manche Outdoor-Enthusiasten Fels- gegen Eiswände. Seit 2016 gibt es auch in Osttirol die Möglichkeit, sich ins eisige Vergnügen zu wagen. Am vergangenen Wochenende holten sich 19 Athlet:innen bei der Staatsmeisterschaft im Eisklettern den frostigen Adrenalinkick. 45 Eisfreaks hakten beim sechsten Osttiroler „Eismasters“ im Gefrorenen ein.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts kletterten Schotten im Eis. In unseren Breiten begannen in den 1970er-Jahren einige Mutige, an gefrorenen Wasserfällen hochzuklettern. Im Eispark Osttirol wird die frostige Wand künstlich angelegt. Bei der Staatsmeisterschaft herrschten dank einer bewährten Bewässerungsmethode ideale Bedingungen. 400 Meter lange Rohrleitungen pumpen das Wasser des Tauernbachs an die Felsoberkanten, wo Düsen die Wände mit Sprühregen vereisen.

Bei traumhaftem Winterwetter marschierten die Athlet:innen zu den Eisfällen.
Am Vormittag wurde noch ausgiebig geübt und getestet.

Umrahmt von Auftritten diverser Ausrüster fiel am Samstag, 14. Jänner, der Startschuss für 13 Männer und sechs Damen. „Bewaffnet“ mit zwei Pickeln arbeiteten sie sich schnellstmöglich nach oben. Erstmals wurden die Staatsmeister in Osttirol gesucht und gefunden. Zuvor stieg das Spektakel am Eisturm in Kötschach-Mauthen.

Die Athlet:innen mussten in Matrei durch zwei Ausscheidungsrouten, um die Finalteilnehmer zu ermitteln. Bereits in der Ausscheidung der Herren wartete die Mixed-Route kurz vor dem Eisübergang mit einem kniffligen Längenzug auf. Hier galt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und im Notfall neu anzusetzen. Anschließend mussten die Sportler:innen innerhalb der grünen Markierungen emporsteigen.

Auf die Männer wartete anschließend eine Finalroute der Extraklasse. Durch überhängende Felsen und über ein Eisschild erreichten die Kletterer eine Schlüsselpassage – einen frei hängenden Baumstamm. Nur wer das Holz richtig in Schwingung versetzte, schaffte den Übergang zur Schlusswand. Dieser Anblick erinnerte stark an die „Ninja Warrior“-Parcours aus dem Fernsehen.

Mit Rudi Hauser brillierte kein Unbekannter im Osttiroler Eispark. Der Naturbursche aus dem Gasteinertal, der schon 2016 bei der Eröffnung der Anlage im ersten Eismasters-Bewerb nicht zu schlagen war, kürte sich diesmal zum Staatsmeister. In allen Läufen schaffte er es zum „Top-Hook“, also an die Spitze des Eisbergs. Peter Ortner von der Alpenraute und Lukas Müller komplettierten das Podest.

Mit Bedacht setzte Staatsmeisterin Viktoria Voijtech ihre Schritte.
Gute Laune beim „Abhängen“ auf dem Baumstamm.

Auch die Damen wussten in den Eisfällen zu überzeugen. Viktoria Voijtech von der Alpenvereinsjugend war für ihre fünf Konkurrentinnen nicht zu biegen und kürte sich zur Eiskönigin. Vize-Staatsmeisterin Claudia Breitschopf klopfte zwar wie Voijtech am obersten Haken an, benötigte für den Parcours aber rund eineinhalb Minuten mehr Zeit als die Siegerin. Hannah Rabl komplettierte das Podest.

Beim Eismasters-Bewerb gab es einen Heimsieg zu bejubeln. Bergführer Matthias Wurzer – neben Vittorio Messini einer der Gründerväter des Osttiroler Eisparks – meisterte die 20 Meter hohe Wand in 20,1 Sekunden als Schnellster vor Bernhard Gratz. Als Dritter landete Rudi Hauser auf dem Podest. „Eismeisterin“ der Damen wurde Julia Poppeller, auf den Plätzen folgten Madlen Marinelli und Claudia Breitschopf. Das Startgeld wurde für einen guten Zweck gespendet.

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz und ist ein Reporter mit Leib und Seele. 2022 wurde Roman vom Fachmagazin Österreichs Journalist:in unter die Besten „30 unter 30“ gewählt.

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Lipa

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