Der tragische Vorfall in den Oberlienzer Auen mit tödlichem Ausgang erfüllt uns mit großer Betroffenheit. Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie und den Angehörigen der Verstorbenen.
Bei den Oberlienzer Auen handelt es sich um ein seit Generationen landwirtschaftlich genutztes Weidegebiet, das gleichzeitig als stark frequentiertes Naherholungsgebiet von Einheimischen, Hundebesitzern und Wanderern genutzt wird. Auch der Iseltrail verläuft abschnittsweise durch diesen Bereich. Ein derartiger Vorfall hat sich dort bislang noch nie ereignet.
Der Tourismusverband Osttirol steht seit gestern in intensiven Abstimmungsgesprächen mit der Gemeinde Oberlienz, der Landwirtschaftskammer und den betroffenen Landwirten, um die weitere Vorgangsweise gemeinsam abzuklären.

Als Sofortmaßnahme wurde eine vorübergehende Wegsperre des Iseltrail-Abschnittes veranlasst, bis die Hintergründe des unerwartet aggressiven Verhaltens der Weidetiere verifiziert werden, um darauf gezielt reagieren zu können. Wie schon bekannt ist, werden in absehbarer Zeit die Tiere auf die Almen verbracht. Zwischenzeitlich wurden die Muttertiere samt Kälbern in eingezäunte Bereiche gegeben und teilweise zurück in die Hofstellen transportiert.
Zusätzlich werden Wildkameras installiert, um mögliche äußere Einflüsse auf das Verhalten der Tiere zu beobachten und auszuschließen. Dabei soll unter anderem geprüft werden, ob mögliche nächtliche Beunruhigungen durch Beutegreifer, etwa durch den Wolf, zu einer außergewöhnlichen Stresssituation bei den Mutterkühen geführt haben könnten.
„Wir ersuchen ausdrücklich darum, zum jetzigen Zeitpunkt von vorschnellen Schuldzuweisungen Abstand zu nehmen.“
Franz Theurl, Obmann TVB Osttirol
Wir ersuchen ausdrücklich darum, zum jetzigen Zeitpunkt von vorschnellen Schuldzuweisungen Abstand zu nehmen. Nach derzeitiger Sachlage handelt es sich nicht um eine isolierte Gefahrenstelle, sondern um ein großflächiges und allgemein genutztes Natur- und Weidegebiet, wie es in Osttirol und ganz Tirol vielfach besteht.
In diesem Bereich bestehen seit längerer Zeit entsprechende Warnhinweise und Verhaltensregeln der Landwirtschaft, insbesondere auch die Verpflichtung, Hunde an der Leine zu führen. Das bisherige Miteinander zwischen Landwirtschaft, Naherholung und Wandern hat dort über viele Jahrzehnte grundsätzlich gut funktioniert.
Für alle Beteiligten stellt dieses tragische Ereignis dennoch einen schwerwiegenden Präzedenzfall dar, der nun sorgfältig aufgearbeitet werden muss. Ziel aller Gespräche und Maßnahmen ist es, durch verstärkte Information, Aufklärung und ein verantwortungsvolles Miteinander aller Nutzungsgruppen künftig ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten.
Franz Theurl, Obmann TVB Osttirol
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