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Dieses Bild wurde 2012 an der Isel in Oberlienz aufgenommen. Hier weiden seit jeher Kühe. Foto: Wolfgang C. Retter

Dieses Bild wurde 2012 an der Isel in Oberlienz aufgenommen. Hier weiden seit jeher Kühe. Foto: Wolfgang C. Retter

Kuhattacke: Wie reagiert der TVB Osttirol?

Stellungnahme von TVBO-Obmann Franz Theurl zur Tragödie auf einem Wegstück des „Iseltrails“.

Der tragische Vorfall in den Oberlienzer Auen mit tödlichem Ausgang erfüllt uns mit großer Betroffenheit. Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie und den Angehörigen der Verstorbenen.

Bei den Oberlienzer Auen handelt es sich um ein seit Generationen landwirtschaftlich genutztes Weidegebiet, das gleichzeitig als stark frequentiertes Naherholungsgebiet von Einheimischen, Hundebesitzern und Wanderern genutzt wird. Auch der Iseltrail verläuft abschnittsweise durch diesen Bereich. Ein derartiger Vorfall hat sich dort bislang noch nie ereignet.

Der Tourismusverband Osttirol steht seit gestern in intensiven Abstimmungsgesprächen mit der Gemeinde Oberlienz, der Landwirtschaftskammer und den betroffenen Landwirten, um die weitere Vorgangsweise gemeinsam abzuklären.

Laut Franz Theurl wurde der Iseltrail-Abschnitt, auf dem sich das tödliche Unglück ereignete, vorläufig gesperrt. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Als Sofortmaßnahme wurde eine vorübergehende Wegsperre des Iseltrail-Abschnittes veranlasst, bis die Hintergründe des unerwartet aggressiven Verhaltens der Weidetiere verifiziert werden, um darauf gezielt reagieren zu können. Wie schon bekannt ist, werden in absehbarer Zeit die Tiere auf die Almen verbracht. Zwischenzeitlich wurden die Muttertiere samt Kälbern in eingezäunte Bereiche gegeben und teilweise zurück in die Hofstellen transportiert.

Zusätzlich werden Wildkameras installiert, um mögliche äußere Einflüsse auf das Verhalten der Tiere zu beobachten und auszuschließen. Dabei soll unter anderem geprüft werden, ob mögliche nächtliche Beunruhigungen durch Beutegreifer, etwa durch den Wolf, zu einer außergewöhnlichen Stresssituation bei den Mutterkühen geführt haben könnten.

„Wir ersuchen ausdrücklich darum, zum jetzigen Zeitpunkt von vorschnellen Schuldzuweisungen Abstand zu nehmen.“

Franz Theurl, Obmann TVB Osttirol

Wir ersuchen ausdrücklich darum, zum jetzigen Zeitpunkt von vorschnellen Schuldzuweisungen Abstand zu nehmen. Nach derzeitiger Sachlage handelt es sich nicht um eine isolierte Gefahrenstelle, sondern um ein großflächiges und allgemein genutztes Natur- und Weidegebiet, wie es in Osttirol und ganz Tirol vielfach besteht.

In diesem Bereich bestehen seit längerer Zeit entsprechende Warnhinweise und Verhaltensregeln der Landwirtschaft, insbesondere auch die Verpflichtung, Hunde an der Leine zu führen. Das bisherige Miteinander zwischen Landwirtschaft, Naherholung und Wandern hat dort über viele Jahrzehnte grundsätzlich gut funktioniert.

Für alle Beteiligten stellt dieses tragische Ereignis dennoch einen schwerwiegenden Präzedenzfall dar, der nun sorgfältig aufgearbeitet werden muss. Ziel aller Gespräche und Maßnahmen ist es, durch verstärkte Information, Aufklärung und ein verantwortungsvolles Miteinander aller Nutzungsgruppen künftig ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten.

Franz Theurl, Obmann TVB Osttirol

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16 Postings

wolfgangwien
vor 3 Tagen

Der TVB tut so als ob man Weideflächen nicht einzäunen kann.

Das ist ein ziemlicher Unsinn. Ich beobachte auf meinen Wanderungen in Niederösterreich, dass dort riesige Weideflächen mit Elektrozäunen von Wegen abgetrennt werden.

Ist natürlich ein Aufwand den sich ein Landwirt vielleicht abgelten lassen will.

Aber wäre für den TVB eher kein Problem. Geld ist da genug da.

 
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    Annalies
    vor 3 Tagen

    Die Karawane hat sich empört und ist weiter gezogen. Die Energie und offensichtlich auch die Empathie reicht für das Aufregen, leider nicht für weitere nötige Maßnahmen. Leider!

     
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chiller336
vor 3 Wochen

also eins ist klar - die kühe warn schon lang vorm iseltrail da. dass kühe ihre fladn dort hinterlassen is auch klar - sogar der bauer düngt mit den hinterlassenschaften seine felder, wo unsere erdäpfl, getreide und noch vieles mehr wächst. die isel kann man nicht einfach von den tieren abtrennen, denn sie trinken auch daraus. es wär im prinzip ganz einfach .... augen auf, vorsicht walten lassen, ausweichen und notfalls umdrehn und zurückgehn, denn die kühe sieht und hört man schon von weitem. ein gedanke am rande: das grillen in der wilden natur ist verboten und wird auch von der bergwacht streng geahndet. auch hier sollte man aufgrund der trockenheit ein wenig den verstand einsetzen, was leider zuviele nicht wollen oder können

 
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    Irene
    vor 2 Wochen

    stimmt, die Kühe begleiten uns schon ein Leben lang...nur waren sie früher den Kontakt mit den Menschen gewohnt, die Stallungen waren freundlicher u. auch wurde von Hand gemolken u. es gab hi u. da Streicheleinheiten, der Kontakt zum Menschen war dem Tier bekannt u. heute ...

     
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      senf
      vor 2 Wochen

      ... und sie hatten alle einen Namen ...

       
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      chiller336
      vor 2 Wochen

      wenn sie 4 monate oder länger auf der alm verbringen werdn milchkühe auch von hand gemolken und evtl gestreichelt und vor allem sind sie dort auch den ganzen tag allein unterwegs. die legende vom hirten, der den ganzen tag mit dem vieh durch die almen zieht ist längst überholt

       
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gemeiner Waldkauz
vor 3 Wochen

Natürlich braucht es jetzt eine sachliche Aufarbeitung ohne Vorverurteilungen. Aber ebenso braucht es Ehrlichkeit: Das Risiko von Mutterkuhhaltung entlang stark frequentierter Wanderwege war bekannt. Wer heute überrascht tut, macht es sich zu einfach. Der TVB Osttirol spricht von einem „unerwarteten“ Vorfall und bittet darum, keine vorschnellen Schuldzuweisungen zu machen. Gleichzeitig wird aber so getan, als wäre eine Kuhattacke auf Wanderer ein völlig neues Phänomen. Das entspricht schlicht nicht der Realität. Seit Jahren gibt es in Tirol zahlreiche dokumentierte Fälle, bei denen Wanderer und Gäste, teilweise schwer, von Mutterkühen attackiert wurden. Immer wieder wurde öffentlich über die Risiken von Wanderwegen durch Weidegebiete diskutiert. Gerade im Zusammenhang mit Tourismus und stark beworbenen Wanderwegen wie dem Iseltrail hätte man das Thema längst ernster nehmen müssen. Wenn ein Weg aktiv touristisch vermarktet wird, trägt man auch Verantwortung für eine realistische Gefahreneinschätzung und entsprechende Maßnahmen. Warnschilder allein reichen offensichtlich nicht immer aus. Die Frage ist daher nicht nur, warum die Tiere in diesem konkreten Fall aggressiv reagiert haben, sondern auch, warum trotz der bekannten Problematik über Jahre hinweg keine konsequenteren Sicherheitskonzepte umgesetzt wurden.

 
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nikidiki
vor 3 Wochen

Ich kenne den betroffenen Bereich ebenfalls sehr gut, dieser wird seit langem auch als Naherholungsgebiet genutzt und vor allem an Wochenenden stark frequentiert (Wanderer, Spaziergänger, Familien, Grillplätze, Jugendliche usw.)

Unabhängig davon, dass es für alle diese Nutzer sehr unangenehm ist, Kühen und auch ihren Hinterlassenschaften zu begegnen bzw. ausweichen zu müssen, so wird auch der Uferbereich der Isel mit dem Auwald sowie die Schotterbänke regelmäßig von den Kühen belagert. Dies hat auch negative Auswirkungen auf die lokale Tier- und Pflanzenwelt.

Zusätzlich werden hier auch naturkundliche Führungen für Schüler veranstaltet. Ich mag mir überhaupt nicht vorstellen, wie die Situation am vergangenen Wochenende ausgegangen wäre, wenn hier gerade eine Schulklasse unterwegs gewesen wäre!

Meiner Meinung nach gehört der Weg- bzw. Uferbereich abgezäunt, um die Kühe fernzuhalten. Ja, das ist Aufwand und kostet Geld, aber kein Menschenleben! Oder wollen wir den nächsten Unfall abwarten, bis gehandelt wird?

 
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    isnitwahr
    vor 2 Wochen

    also ehrlich, Sie scheinen kaum auf Wanderwegen unterwegs zu sein, wo die angesch.... Papiertaschentücher und weitere diverse Hinterlassenschaften inkl. Müll der Wanderer anzutreffen sind. Die Kühe sind dort zu Hause, wir nur Gäste. Die Kühe wegzusperren, weil am Wochenende die Leute mit dem Einweggrill unterwegs sein wollen, diverse Saufgelage dort abgehalten werden müssen usw., empfinde ich einfach nur arg. Keiner von uns war dabei, keiner weiß, was vor diesem tragischen Vorfall geschehen ist, dass die Tiere so reagiert haben, aber so viele Annahmen und Schuldzuweisungen und jeder weiß es besser als der andere. Aber dass sich Tier und Natur gefälligst den Bedürfnissen der Menschen unterzuordnen hat, ist mit Sicherheit nicht der falsche Weg. Alles erdenklich Gute der Trauerfamilie!

     
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      isnitwahr
      vor 2 Wochen

      ich habe mich verschrieben, ich meinte natürlich dass es der falsche Weg ist, dass sich Tiere und Natur gefälligst den Bedürfnissen des Menschen unterzuordnen haben!

       
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Ofentschtsche
vor 3 Wochen

Die rechtliche Verantwortung liegt beim Wegeerhalter !!!! Und wenn dessen Obmann die moegliche Schuld einem Beutegreifer zuschiebt und jetzt mit Kameras argumentiert dann klingt das wie von einer Verantwortung ablenken.

 
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LaraLektora
vor 3 Wochen

Das "Absehen von Schuldzuweisungen" scheint nicht den Wolf zu inkludieren, den der ist standardmäßig zu verdächtigen.

Von Jahrzehnte lang so gemacht und es ist nichts passiert hat außerdem auch niemand was.

RIP

 
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ZombieGirl
vor 3 Wochen

Ich bin den Iseltrail seit Jahren unterwegs und kenne auch den Abschnitt bei Oberlienz auch sehr gut. Letztes Jahr um genau diese Zeit bin ich selbst versehentlich in diese Herde geraten. Und ehrlich gesagt: So etwas habe ich noch nie erlebt.

Die Kühe kamen damals wie aus dem Nichts. Der Weg dort ist eng, man kann weder ordentlich ausweichen noch schnell umdrehen. Innerhalb weniger Sekunden war der Weg praktisch abgeschnitten – vorne Kühe, hinten Kühe. Es waren sehr viele Tiere gleichzeitig unterwegs, offenbar auf dem Weg zum Fluss zum Trinken und Wälzen. Die Herde war extrem aktiv und dynamisch, nicht einfach „ruhig weidend“, wie man es oft darstellt.

Ich hatte wirklich Angst. Und das sage ich als jemand, der auf einer Alm groß geworden ist, Kühe kennt und immer großen Respekt vor ihnen hatte. Mir blieb damals nur der Sprung in die Isel. Ich habe im Fluss gewartet, bis die Tiere wieder weggezogen sind, weil es schlicht keinen anderen sicheren Ausweg mehr gab.

Ja, natürlich gibt es Warnschilder. Aber zwischen einem Schild und der realen Situation vor Ort liegt ein großer Unterschied. Wenn eine große Herde in engem Gelände plötzlich geschlossen auftritt, hat man als Fußgänger oft keine echte Handlungsmöglichkeit mehr.

Außerdem halte ich die aktuelle Wolfsdiskussion ehrlich gesagt für irritierend. Nicht jedes aggressive Verhalten von Weidevieh lässt sich reflexartig mit „der Wolf war’s“ erklären. Man sollte auch darüber sprechen dürfen, wie bestimmte Herden geführt werden, wie eng manche Wegführungen sind und ob dort wirklich ausreichend Sicherheitsmaßnahmen bestehen - für Mensch und Tier!

Gerade solche Vorfälle zeigen für mich leider auch, wie problematisch Tierhaltung sein kann. Man bringt so große Nutztiere in Situationen, die weder für Menschen noch für die Tiere selbst stressfrei sind.

Beim Iseltrail kommt für mich aber noch etwas Entscheidendes dazu: Der Weg ist nämlich nicht einfach ein „lokaler Almsteig“, sondern ein touristisch stark beworbener Fernwanderweg, der gezielt als Naturerlebnisroute für viele Besuchergruppen vermarktet wird. Er wird vom Tourismusverband Osttirol sehr aktiv als hochwertiger Weitwanderweg vermarktet – rund 75 Kilometer entlang der Isel, als „Genusswandern am längsten frei fließenden Gletscherfluss der Alpen“. Gleichzeitig führt die Route aber durch Bereiche, die ganz normal als Weide- und Almflächen genutzt werden, inklusive Mutterkuhhaltung und entsprechendem Herdenverhalten.

Diese Kombination aus stark beworbenem Tourismusweg und landwirtschaftlich genutztem Gelände ist aus meiner Sicht genau der Punkt, der kritisch diskutiert werden sollte. Denn die Erwartung vieler Wanderer („gut erschlossener Naturerlebnisweg“) trifft dort auf eine Realität, in der große Tierherden plötzlich sehr präsent und dynamisch im gleichen Raum auftreten können.

Es geht dabei weniger um einzelne Schuldzuweisungen, sondern um die grundsätzliche Frage, wie gut touristische Nutzung und landwirtschaftliche Nutzung in solchen sensiblen Abschnitten tatsächlich zusammenpassen – und ob die Kommunikation und Absicherung dem entspricht, was vor Ort real passiert.

 
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    Lavendula
    vor 3 Wochen

    Bin absolut ihrer Meinung👍

     
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heli52
vor 3 Wochen

Die Kühe in eingezäunte Bereiche oder zurück auf den Hof bringen UND den Weg sperren, ist wohl eine Reaktion zu viel, oder? So tragisch der Vorfall vom Sonntag ist, man kann auch überreagieren ....

 
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    Iseltrailer
    vor 3 Wochen

    Der TVB reagiert jetzt damit das sie Wildkameras aufstellen. Wieder einmal so eine Schnapsidee von diesem Theuerl....

     
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