Leichte Beute und politischer Spielball – das Schaf ist politisch in aller Munde und immer öfter auch im Maul des Wolfes. Foto: Expa/Groder

Leichte Beute und politischer Spielball – das Schaf ist politisch in aller Munde und immer öfter auch im Maul des Wolfes. Foto: Expa/Groder

Die Bauern fordern die totale Ausrottung des Wolfes

Nichts anderes bedeuten die aktuellen Vorstöße. Strukturelle Fragen bleiben offen.

Politische Argumente werden in Zeiten von „Framing“ und neuro-linguistischer Programmierung so zugeschliffen, dass ihr Klang – der die emotionale Wirkung auf den Empfänger bestimmt – und ihr faktischer Inhalt immer öfter auseinanderfallen. Ein sehr schönes Beispiel für dieses nicht ganz unbedenkliche Phänomen ist die Sprache der Politik im Umgang mit dem Wolf.

Beginnen wir bei der sachlichen Ebene, also bei den Fakten. Derzeit wandern Wölfe in wachsender Zahl wieder in den Alpenraum ein und zwar in mehreren Ländern und ohne Rücksicht auf deren Grenzen. Diese Wölfe bilden Rudel, vermehren sich, besetzen – wie es ihrer Art entspricht – als Rudel ein Territorium und jagen dort zwölf Monate im Jahr, um sich und ihre Nachkommen zu ernähren. In drei dieser zwölf Monate verändert sich das natürliche Nahrungsangebot, weil es im Sommer neben reichlich vorhandenem Wild auch Schafe gibt, die von den Bauern des Alpenraumes auf Hochalmen getrieben und dort allein gelassen werden. Im Winter redet niemand über den Wolf.

Da Wölfe, ähnlich wie Füchse, nach dem Erjagen eines Tieres gern ihre Ruhe haben – so hat es mir eine Wolfsexpertin versichert – und Schafe oder Hühner leider anders auf einen Räuber reagieren als etwa Rehe, tötet der Wolf oft mehr Schafe als er frisst. Aus seiner Sicht sorgt er für Ruhe. Wir Menschen sehen ein „Massaker“ im „Blutrausch“ und nennen das „bestialisch“. Es passt jedenfalls zur mythologischen Punzierung des Wolfs als Bestie.

Über die Möglichkeiten des Schutzes einer Herde vor Wölfen zu philosophieren, das führt an dieser Stelle zu weit. Gehen wir davon aus, dass selbst mit Hirten, Hirtenhunden, Eseln, Lamas, Sendern, Nachtpferchen und geeigneten Zäunen die Schafhaltung in den Hochalpen ohne gelegentliche Risse von Schafen durch Wölfe nicht machbar ist. So sehen es derzeit praktisch alle Bauern. Ihr Fazit: „Der Wolf muss verschwinden. Er ist ein Problem.“ Sobald der Wolf die Nasenspitze aus der Deckung nimmt ist er ein „Problemwolf“ und noch dazu eine Bestie, vor der man sich generell fürchten muss. Dieses Tier frisst nicht nur sieben Geislein, sondern auch Kinder und Großmütter. So steht es geschrieben.

Ganz anders das Opfer. Das Schaf ist wollig und weich, es tut keiner Fliege was zuleide und ist unglaublich nützlich, weil es das Gras auf den Hochweiden kurz hält, mit seinem Kot die kargen Wiesen düngt, so die Biodiversität fördert und damit für blühende Almen voller Insekten sorgt, aber auch für schöne Bilder und glückliche Wanderer. Ohne Schaf geht die Alm zugrunde, ohne Alm der Bauer, ohne Bauer die ganze Gesellschaft, also wir alle, und da reden wir noch nicht vom Tourismus, von dem wir ja angeblich auch alle leben. Und so ist, wie im Western, der Showdown vorprogrammiert: „Der Wolf oder der Mensch – nur einer von beiden kann hier leben.“

Dazu passt dann die politische Show der Sonderklasse, samt martialischem Aufmarsch mit Schützenfahnen und „Mahnwachen“ der tiefschwarzen Bauernvertreter. Im Land von Andreas Hofer und Pater Haspinger sind die Heldengeschichten immer blutig, also gilt in den Tälern längst die Selbstjustiz. „Gebt Feuer“, heißt die Parole und so wenig am Stammtisch die 3-G-Regel akzeptiert wird, so vollmundig wird mit der 3-S-Regel geprahlt.

Am Samstag in Innsbruck ist Josef Hechenberger in der Hitze des Gefechtes dann herausgerutscht, was hinter vorgehaltener Hand längst als Endlösung für das Wolfs-Dilemma propagiert wird. Der ÖVP-Bauernpolitiker meinte wörtlich: „Der Wolf ist bei uns vor gut hundert Jahren ausgerottet worden – und er hat in Tirol auch heute keinen Platz!“ Nicht nur in Tirol: „Wir müssen alpenübergreifende Lösungen suchen“, rufen die Südtiroler Bauernbündler über die Grenze herüber. Lässt diese Lösung dem Wolf ein Schlupfloch? Nein. „Eine Koexistenz von Nutztieren und Wolf ist nicht möglich,“ sagt Tirols oberster Schafzüchter Michael Bacher – und Punkt. Damit ist es also amtlich. Wir reden nicht länger über „Vergrämung“ und „Entnahme“, sondern über die komplette und neuerliche Ausrottung dieser Spezies in allen europäischen Alpenländern!

„Wollt ihr das wirklich?“, müsste jetzt ein Landeshauptmann die Bürgerinnen und Bürger fragen und seine grüne Stellvertreterin müsste sich wohl den Scharfschützen in den gemeinsamen Regierungsreihen entgegenwerfen und laut rufen: „Der Wolf ist kein Luder, Herr Geisler!“ Doch das passiert nicht. Stattdessen wird vordergründig an politischen Scheinlösungen gebastelt, immer krassere Fake News machen die Runde und die Stimmung wird militant.

Dabei wäre Abrüstung wichtig, weil man im Pulverdampf aus den Augen verliert, worum es wirklich geht. Es ist zu billig, dem Wolf den Untergang der Almwirtschaft unter die Pfoten zu schieben. Warum schrumpfen denn die Almflächen auch ohne Wolf seit Jahrzehnten? Was knabbern die Schafe, wenn der Klimawandel die Almwiesen austrocknet? Warum sagt uns niemand, dass Schafwolle de facto Sondermüll ist, der mit großem Aufwand quer durchs Land gekarrt und chemisch gereinigt werden muss, bevor ein weiches Patscherl oder Pölsterchen daraus wird? Schaffleisch ist ein Ladenhüter (wann haben Sie je eines gegessen?) und das winzige Lammkotelett läge nicht auf dem Schickimicki-Teller, wenn nicht vorher ein süßes „Lampile“ getötet worden wäre. Warum halten Bauern überhaupt Schafe? Um die Welt zu retten? Um Förderung zu kassieren? Über Strukturen nachdenken ist schwierig, schießen dagegen einfach.

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe und Kommunikationswissenschafter arbeitete Jahrzehnte als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er mit seiner Familie im Jahr 2000 nach Lienz zurückkehrte und dort 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief.

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92 Postings

Lisie S.

Hätte Österreich rechtzeitig gehandelt - seit 10 Jahren weiß man, dass sich der Wolf wieder ansiedeln wird. Und was ist in denn letzten 10 Jahren diesbezüglich passiert? Nicht - gar nichts. Ein Jahrzehnt wo man weiß man kann etwas/könnte etwas machen, aber so in der Art, tun wir einfach nichts und erst dann wenn sich jemand beschwert oder aufregt. Und genau das IST TYPISCH ÖSTERREICHISCH!!! Nicht vorher wo man Zeit hätte etwas planen, sich mit Experten zusammensetzen, sondern dann wenn der Hut brennt und als einzige Lösung kommt raus, der Wolf gehört wieder ausgerottet? Das ist schon sehr billig und hilft keinem.

 
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    PlusPol

    ja was konkret hätte man denn dann in den letzten 10 Jahren tun sollen ? Mehr als einzäunen und Herdenhund ist den sogenannten Experten nie eingefallen, und dass des nit funktioniert werden auch die und du einfach einmal einmal kapieren müssen.

     
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Lisie S.

Hört Euch doch einfach das Interview mit Gudrun Pflüger an und erst dann kann geurteilt werden. Der Wolf war schon lange vor den Menschen da und hat mit ihnen gelebt und es ist gegangen, weil es einfach so war. Das können nur Experten beurteilen und solche Menschen, die sich mit Wölfen auskennen und diesbezüglich forschen!!

 
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smile

TOD den Schafen und TOD der Almwirtschaft....ich versehe überhaupt nicht, warum SCHAFE "weniger WERT" sind als Wölfe und Bären und die ALMWIRTSCHAFT der Bauern "weniger WERT" ist als die Ansiedelung der Raubtiere. Wenn die "mit Liebe" gezogenen Schafe den Raubtieren als Reiß- und Fressfutter dienen wird es bald keine Almwirtschaft mehr geben. Auch Familien werden sich genau überlegen, mit ihren Kindern überhaupt noch in den Wald oder auf Almen zu gehen..... Helga Deschmann

 
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...symbolic...

Kann man solche Tiere nicht umsiedeln? In ein Gebiet ohne menschl. Einfluss, falls es das überhaupt noch gibt!

 
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    Lisie S.

    @..symbolic.., Du ich denke, dass das nicht geht, die Tiere umsiedeln, noch dazu in eines ohne menschl. Einfluss? Das gibt es leider nicht mehr, der Mensch hat sowieso schon viel zu viel in die Natur eingegriffen.

     
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achso

U P D A T E für unsere "Tierschützer" sorry "Wolfsschützer"

Außervillgraten...Gebiet um die Volkzeinerhütte...diese Woche:

40 gerissene Schafe

ich habe die Fotos gesehen, grausam... angebissene, gequälte, zerfetzte Kadaver

 
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    FirstConsul

    Gequält halte ich für fragwürdig, das sind Wölfe und keine Katzen.

    Haben die wenigstens aufgegessen? Wenn nicht würde dass zumindest das miese Wetter erklären...

     
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      achso

      Ja, gequält... Diese Schafe werden angebissen, Fleischfetzen werden herausgerissen und viele davon vom Wolf einfach liegen gelassen, bis sie sterben... Ich denke schon, dass das für viele dieser Schafe eine sehr große Qual ist.

       
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le corbusier

aus wirtschaftlicher Sicht: Bauern sind nicht die romantischen Schafstreichler und Bewahrer der Almen, sie sind Wirtschaftler. Schafe sind Produkte und Almen Produktionsstätten. Die Berglandschaft, das Ökosystem mit Flora und Fauna, steht natürlich auch im gesellschaftlichen Interesse, daher braucht es Regeln für alle Stakeholder. Ist nichts neues, gab´s schon immer. So wurden zum Beispiel Schlachtbetriebe und Gerbereien angehalten, ihre Abwässer doch bitte nicht in die Isel zu kippen. Oder aktuell sollen durch CO2 Bepreisung gewisse Branchen bewusst an den Rand der Rentabilität gedrängt werden (Kohleabbau). Das heißt Öffentliches Interesse erzeugt Druck auf die Politik um Regeln für die Wirtschaft zu erstellen. Häufig führt das zu mehr Kosten (Aufschrei der Bauern!). Parallel kann auch ein berechtigtes Interesse darin bestehen, gewisse Strukturen wie die kleinteilige Land- und Almwirtschaft zu erhalten. Das geht einerseits durch innovatives Agieren der Bauern selbst, innerhalb der neuen Regeln neue Produkte zu entwickeln (wir alle wissen das dass wohl eher nicht der Fall sein wird) oder durch eine Förderpolitik die wieder einen Ausgleich schafft in dem sie den Mehraufwand der Bauern abfedert (auch das geschieht nicht, obwohl man sogar Geld dafür in Brüssel kassiert).

Es gibt aktuell leider unzählige Beispiele wo der Mensch, kurzsichtig wie er ist, aus wirtschaftlichen Gründen ein Ökosystem beschneidet oder verändert um für sich den Profit zu steigern. Den Preis dafür trägt die gesamte Gesellschaft. Bienensterben wegen Pestiziden, Fischsterben wegen Kraftwerken,... Das genaue Wirken des Wolfs im Ökosystem Alpen müssen wir vielleicht erst wieder neu erforschen, aber ich bin mir sicher, dass das alte Denken "des Tier brauchts da nit" zu mehr Problemen führt als dadurch gelöst werden.

Noch ein Beispiel für das Unverständnis des Menschen ist der aktuelle Niedergang der Fichten Monokultur. Schuld ist der Borkenkäfer und der Trockenstress, ja nicht der Bauer der aus Profitgier nur Fichten gepflanzt hat. Nach 200 Jahren intensiver Forstwirtschaft kommt man also drauf, dass der natur-nahe Mischwald viel gscheider wär. Vielleicht ist es mit dem Wolf ähnlich.

 
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    Urmel

    Wahre Worte ! Zumal Förderungen der EU zu Hütemassnahmen von den Bauern nicht abgegriffen werden. Wer mit der Natur im Einklang zu leben vorgibt, sollte mal reflektieren und nicht die Natur sich so beschneiden wie es beliebt.

     
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leli

Nachdem sich die Wolfspopulation aktuell in unseren Breiten sehr stark entwickelt und dies wohl aus logischen Gründen in den nächsten Jahren weiter gehen wird, kann es ein Miteinander zwischen Wolf und Landwirtschaft/Tourismus nur schwer geben. Auch glaube ich nicht, dass die Allgemeinheit bereit ist, hier immense finanzielle Beiträge zu leisten, um diese Koexistenz halbwegs erträglich zu gewährleisten. ALSO, nachdem es politisch offensichtlich nicht zu lösen geht, versuchen wir es einmal wieder mit direkter Demokratie und entscheiden das, wie damals Zwentendorf, mit einer Volksabstimmung. Wäre doch "spannend"!!!?? (Inwieweit hier natürlich EU-Bestimmungen dies ermöglichen würden, weiß ich nicht...)

 
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    elisabeth.ertl@chello.at

    Richtig, wir wissen aus den Erfahrungen Frankreichs bereits, dass Herdenschutz in den Alpen kaum etwas nützt. Dort wurden 90% der Schafe aus geschützten Herden gerissen. Jetzt wird dort der Wolf wieder gejagt. Kein Land hat den Herdenschutz versucht, so zu perfektionieren wie die Schweiz. Auch dort musste man einsehen, dass man den Schutz des Wolfes verringern muss, die Tiere dürfen wieder ohne viel Bürokratie geschossen werden. Und sogar im flachen Niedersachsen hat sich jetzt die Bevölkerungsmehrheit für eine Begrenzung der Wolfspopulation ausgesprochen, weil nicht einmal dort der Herdenschutz so wirkt, wie die NGOs es versprochen haben. Warum darf man aus solchen Erfahrungen nichts lernen und muss hierzulande wieder von vorn anfangen?

     
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      Klemente

      Ich denke wir sind auch dadurch, dass die Problematik jahrelang verschlafen wurde (wenn man bedenkt Österreich trat 1983 der Berner Konvention bei) an einem sehr schwierigen Punkt. Die Konvention, umgesetzt durch die FFH-Richtlinie sieht ja durchaus Wolfsfreie Zonen vor, wenn die Population auf europäischer Ebene nicht gefährdet ist. Ich verstehe nicht wiso jetzt plötzlich so gegen die Landesregierung gewettert wird, denn diese hat doch ohnehin kaum Spielraum. Wenn man nach Deutschland schaut, ja dort wurden in den letzten Jahren Entnahmen aus rechtlicher Sicht einfacher, aber ich denke das ist kaum auf den Alpenraum zu übertragen. In Deutschland ist es ja seit 2019 möglich, wenn in einem Gebiet Schafe in "wolfssicheren" Weiden gerissen werden, so lange Wölfe zu entnehmen (defacto erlegen) bis die Übergriffe nachlassen. Vorher war ja durchaus auch das Problem, dass zwar Problemwölfe zum Abschuss freigegeben wurden aber dadurch, dass man kaum zweifelsfrei den richtigen erwischen konnte liefen die Entnahmen zögerlich. Aber zurück nach Tirol, bei uns sind derartige Entnahmen kaum umsetzbar, weil kaum ein Schaf oder sonstiges Weidetier wolfssicher eingezäunt ist. Ich denke kaum man könnte einen Wolf der nicht eingezäunte Tiere auf der Alm reißt als "Problemwolf" bezeichnen, auch wenn er durchaus Probleme schafft. Zu befürchten bleibt was die nächsten Jahre mit der Landwirtschaft passiert, bis sich an der Rechtslage etwas ändert, wovon ich durchaus ausgehe. Es wird wohl kaum im Sinne des Gesetzgebers liegen, eine Art über (mehrere) andere zu stellen. Für möglich halte ich es auch, dass das Problem durch illegale Entnahmen in den kommenden Jahren noch im erträglichen bleibt. Es wäre aber ein gutes Zeichen von gutem Willen wenn zumindest die Talweiden mit höheren Netzen eingezäunt wären, dies sollte doch im Bereich des machbaren liegen (wenn die Kosten übernommen werden würden) und im Bürgerdialog den guten Willen zeigen. Zusammengefasst, es bleibt spannend.

       
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    genaugenommen

    "direkte Demokratie" aber nur wenn die Stadtbevölkerung, die glaubt dass ein Wolf ein Streicheltier ist nicht mitstimmen darf, und wenn alle Fotos zu den Wolfrissen uneingeschränkt veröffentlicht werden!!!

     
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Matthias Pleschberger

Sehr geehrter Herr Pirkner,

Ich zitiere Ihre Zeitung: Die Arbeit von dolomitenstadt.at unterstützen.... gerade in Krisenzeiten ist FAKTENORIENTIERTE und schnelle Information wichtig.

Wo bleibt die Faktenorientierung in diesem Artikel? Ich lese viel Polemik, den Farbschlag stark ins Grüne gehend. Ein schönes Bild von Schafen auf der Alm - nicht von den gerissenen, zerfetzten Kadavern, den schreienden Lämmern, den verletzten Tieren, welchen die Fleisch- und Hautfetzen herunterhängen. Das Recht auf Meinungsfreiheit ist ein wichtiges demokratisches Grundrecht. Als Redakteur sollten Sie jedoch auch den ethischen Aspekt eines wertschätzenden Umgangs und einer neutralen Berichterstattung berücksichtigen. Haben Sie doch den Mut und machen aus Ihren vielzähligen Fragen die Feststellungen, welche Sie in Ihrem "Artikel" doch bereits herausklingen lassen. Verstecken Sie sich nicht hinter Fragen. Zudem wäre es vorteilhaft für eine ausgewogene Berichterstattung, neben den Gespärchen mit den "Wolfsexperten", das Gespräch mit den betroffenen Bäuerinnen und Bauern in Ihrer Region zu suchen.

Sie wollen, dass wir über Strukturen nachdenken? Zwei Drittel der öst. Agrarfläche ist Grünland d.h. nur über Wiederkäuer zu Eiweiss verwertbar. Ein Drittel ist Ackerfläche - jedoch fallen für 1 kg veganes Lebensmittel rund 4 kg Nebenerzeugnisse an. Diese können wiederrum nur über Tiere verwertet werden. Die Erschließung landwirtschaftlicher Kulturlandschaft wurde vor rund 150 Jahren abgeschlossen. Die Fläche eines Fussballfeldes muss mittlerweile 5 Menschen ernähren (Tendenz steigend)

Welche Strukturen wollen Sie, um den Lebensraum der 23.000 europäischen Wölfe zu erweitern? Die Beendigung der jahrtausenden alten Bewirtschaftung der Almflächen oder überhaupt der Weidewirtschaft? Natur- statt Kulturlandschaft in den Bergen? Lawinenverbauungen statt Weidetieren? Geringere Artenvielfalt durch den Wegfall der Weidetiere? Verstärkte Lebensmittelimporte aus dem Ausland?

Verfassen Sie doch diesbezüglich einen Artikel.

Und um die "alternativen Wahrheiten" (Zitat D. Trump) aufzuklären: Wolle ist kein Sondermüll. Der in Ihrem Artikel "Die Wirtschaftlichkeit der Schafhaltung" angegebene Wollpreis (und in dem Sie in den Kommentaren verweisen) ist um bis zum fünffachen!!! höher. Zudem streichen Sie die chemische Behandlung der Wolle heraus. Polyester, Elastan etc. wächst auch nicht im Schrebergarten (Sarkasmus). Wolle ist ein nachhaltiger nachwachsender Rohstoff, welcher der Menschheit eine Alternative zum Tierfell geboten hat.

Bei einem stabilen Pro Kopf Verbrauch von 1,2 kg und steigender Bevölkerung dürfte, sofern sich die Grundrechnungsarten nicht geändert haben, alles auf einen steigenden Bedarf an Lammfleisch hindeuten. Bei einem Eigenversorgungsgrad von nur 75 % hat der Lammfleischabsatz noch viel Potential. Die Lammfleischpreise haben sich über Jahre sehr zurfriedenstellend entwickelt und gewährleisten die Wirtschaftlichkeit der zahlreichen Betriebe. Und noch angemerkt: Die richtige Diktion einer Fleischart sollte auch bei einem Artikel unter der Rubrik "Meinung" richtig verwendet werden. Sie sagen ja zu Kalb- auch nicht Rindfleisch.

Sie und viele der Kommentatoren Ihres Artikels können fordern, diskutieren, schöne Artikel verfassen. Am Ende entscheidet der Bauer, ob er sich dieses Theater noch weiter antut. Sobald er sich entschieden hat gibt es aber keinen Weg zurück mehr.

Freundliche Grüße

Matthias Pleschberger

 
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    spitzeFeder

    Lieber Matthias Pleschberger,

    man sollte sich überlegen, sämtliche Beutegreifer weltweit zu entnehmen, damit nirgends Fleischfetzen und zerfetzte Kadaver herumliegen. Fangen wir einfach hier in unseren Breiten damit an, ... , und irgendwann wird der Menschheit auch Tiger, Panther, Puma, Löwe uswusf. zu lästig. Echt jetzt?

    🤔

     
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      elisabeth.ertl@chello.at

      Es wird uns immer erzählt, wie bereitwillig die Afrikaner und Asiaten unsere europäischen Artenschutzvorgaben umsetzten, obwohl ihnen die Tiere Probleme machen. Was die Afrikaner von unserem Naturschutz wirklich halten, das erklärt hier ein kenianischer Professor: https://www.geo.de/natur/oekologie/23131-rtkl-umweltschutz-afrika-naturschutz-ist-der-neue-kolonialismus

       
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      genaugenommen

      Es ist nichts gegen Beutegreifer einzuwenden, aber der Wolf töten aus LUST jawohl aus LUST - nicht nur um seinen Hunger zu stillen. Er tötet auch wenn er nicht hungrig ist!!! Und es gibt noch ein Tier das in unseren Haushalten sehr verbreitet ist das aus LUST tötet bzw. mit dem Beutetier spielt bist es sich nicht mehr bewegt. Auch dieses Tier ist für mich verabscheuungswürdig!!

       
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      Lisie S.

      @spitzeFeder, alles was der Menschheit lästig wird, wollen sie weghaben. Na dann gute Nacht, möchte nicht wissen, wohin wir dann steuern.

       
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    Lisie S.

    @ Matthias Pleschberger, alle sollten sich an einen gemeinsamen Tisch setzen um zu einer Lösung zu kommen, aber auch das wollen nicht alle. Anders wird es nicht gehen denke ich.

     
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iseline

Ich würde nicht so weit gehen, zu beurteilen, ob man Schafe halten soll oder nicht. Das ist schon die Entscheidung der Bauern.

Trotzdem ist die von der Landwirtschaftsspitze seit Jahren ausgegebene Losung, "Der Wolf muss weg", zu hinterfragen. Nehmen wir ein anderes Beispiel, wie Glyphosat & Co. Diese Mittel töten nicht nur sogenannte Nutzpflanzen, sondern dezimieren auch die Artenvielfalt. Allerdings gibt es dazu keinerlei Aufschrei zum Schutz der Insekten, die für uns Menschen so wichtig sind! Ungleiche Wertung könnte man sagen, die nicht wirklich einsichtig ist.

Warum nicht einfach einmal anders herum denken und alle Maßnahmen zum Schutz der Schafe, die auch gefördert und bezahlt werden, ausschöpfen und einige "Schafrisse" in Kauf nehmen? Die Schweiz z. B. tut das und es "geht." Naturgewalten wie Blitzeinschläge, Felsen, die Abstürze verursachen, nicht ausrottbare Tierkrankheien, nehmen wir hin und leben damit. Beim Schalenwild, das große Schäden durch Waldverbiß anrichtet, wird auch nicht gleich der ganze Bestand getötet, wie PdL in seinm Post richtig schreibt.

Die Bewirtschaftung der Almen leidet nicht erst seit den Schafrissen, denn welcher Bauer im Nebenerwerb kann den seine Tiere dauernd betreuen? Wäre die geförderte Behirtung hier nicht auch eine Chance?

 
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    elisabeth.ertl@chello.at

    Sehr geehrte Iseline, die Schweiz ist gerade dabei, den Wolfsschutz zu lockern, weil es eben nicht mehr geht. 10 tote und/oder verletzte Schafe, und der Wolf muss sterben - ohne weitere komplizierte Bürokratie. Es geht um jene Wölfe, die Weidetiere bedrohen. Sollten bejagte Wölfe es schaffen, sich von Weidetieren fern zu halten, wird kein Landwirt ihnen weiter nach dem Leben trachten. Wir töten keinen Wolf um des Tötens willen, wozu auch? Er ist ein schönes Tier. Die Bauern haben den Wolf immer gejagt, um ihre Herden zu schützen, und sie haben ihn damit stark dezimiert. Aber systematisch ausgerottet haben ihn andere: die Adeligen und reichen Industriellen haben sich im 19. Jahrhundert die Bauerngüter angeeignet als Jagdreviere. Kaiser Franz Josef allein hat in seinem Leben 40.000 Hirsche, Rehe und Gämsen geschossen. https://www.almwirtschaft.com/images/stories/neuigkeiten/2017/der_alm_und_bergbauer_PDFs/Woelfe_und_Wolfsjagden_in_Tirol.pdf

     
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      iseline

      Stimmt, die Schweiz versucht den Wolfsschutz zu "lockern", es ist nicht von Ausrottung die Rede. Wenn nun aber der Herr Hechenberger davon spricht, dass der Wolf in Tirol keinen Platz hat, ist hier keine Differenzierung sichtbar.

       
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      elisabeth.ertl@chello.at

      Es ist halt die Frage, wie viele Wölfe in dieser dicht mit Almen besetzten alpinen Landschaft dann übrig bleiben werden. Kann durchaus sein, dass es nicht mehr viele sind.

       
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andi88

warum zum geier geht es hier immer um schafe und fiehtransport und almen wachsen zu und was weiß ich noch was Leute wenn der wolf in osttirol heimisch wird und sich vermehrt was ja natührlich ist betrifft es die sämtliche bevölkerung vom osttirol egal ob bauer oder mensch aus der stadt nachts draussen sitzen im grten geht nicht mehr wandern wie wir es kennen geht nicht mehr bitte gebt bei youtube ein bören vor der tür und schaut euch das mal an kapiert denn das niemand

 
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multi 1

Uns geht's gut und wir haben keine anderen Probleme 🤔

 
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PdL

Wenn wir schon beim Ausrotten sind, wäre es dann nicht auch sinnvoll auch gleich jenes Wild auszurotten, das für den Wildverbiss zu verantworten ist?

Es kann doch nicht angehen, dass ein wirtschaftlicher Schaden dem Forstwirt zugefügt wird, nur weil man glaubt, man müsse dem Luxus frönen, Wild für die Jagd zu halten, noch dazu auf privatem fremden Boden. Das ist doch reinster Kommunismus.

Wer Wild füttert, ist auch für den Wildverbiss zur Verantwortung zu ziehen und sollte dafür finanziell belangt werden, zudem Schutz- und Bannwälder gefährdet werden.

^^

 
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Neutral

Ergänzend zu meinem gestrigen Posting: die Tiroler haben es nicht verdient, in ihrem Tun und ihren Äußerungen ständig auf Andreas Hofer und seine Mander reduziert zu werden. Das sind "genauso viel oder genauso wenig" modern denkende Menschen wie in ganz oesterreich. Man muss da nicht den Wiener Medien nacheifern.

 
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realist

was sagen eigentlich KUENZ, MAYERL & Co zu diesem Thema?????

 
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    Kaffeesud

    Garnichts! Es fehlt die Erlaubnis von Matrei, oder es betrifft nicht direkt deren Geldsäckl

     
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Bewohner

Frage an die Wolfsgegner: Wo sind die Bauernvertreter wie Geisler und Hechenberger wenn es um den Milchpreis geht? Wo sind die beiden genannten, wenn es um die Erhaltung unserer Weidflächen geht? Wo waren die Volksvertreter als die Molkerei in Lienz geschlossen wurde? Überall wird gebaut und Wohnraum geschaffen und in die Lebensräume von verschiedenen Tieren, wie Reh, Maus, Gams oder nun auch der Wolf wird eingedrungen, um den Tourismus zu beleben. Warum kommt denn der Herr Nationalparkdirektior Osttirol nicht auch auf die selbe Idee wie sein Kollege in Kärnten, wo man die verendeten Tiere in die Nationalpark Kernzone bringen lässt, um dort den angesiedelten Tieren Nahrung zu liefern. Da findet man Aasfresser wie z.B. einen Fuchs, einen durch den Menschen ausgerotteten Aasgeier, Aasraben und auch Bartgeier bekommen dann noch ein Stück des verendeten Tieres ab. NEIN, die toten Schafe müssen als Trophähe ins Tal gebracht werden, anstatt sie weit abseits des Wanderweges zu platzieren und sie auch z.B. einem Wolf - er ist auch Aasfresser- als Mahlzeit zu überlassen. Viele haben in der Schule vielleicht einmal die Nahrungspyramide gelernt und über Angebot und Nachfrage: Wenn das Nahrungsangebot da ist, vermehren sich die Beutegreifer und wenn das Nahrungsangebot schwindet, dann schwinden auch die Beutegreifer. Wenn es nähmlich einen Balance zwischen Beute und Beutegreifer gäbe, dann müssten unsere grünen Waidmänner nicht die ständig steigenden Abschüße der ach so armen Rehe, Gamsen und auch Hirsche erfüllen. Wobei die Waldbewohner der Bauernschaft ja auch ein Dorn im Auge ist, denn sie verbeisen den ganzen Jungwald!!!! Wenn jemand einer Bevölkerungsgruppe nicht zu Gesicht steht, wird sofort Angriff geblasen und schwere Geschütze müssen aufgefahren werden, oder sind die medienwirksamen Auftritte der "schwarzen Manda" schon Vorboten zur anstehenden Landtagswahl 2023?

 
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elisabeth.ertl@chello.at

Wer sich zu Recht über Fake-News ereifert, der sollte aber an sich selber die gleichen Maßstäbe anlegen und keine Fake News verbreiten, Herr Pirkner: 1) Die Schafzuchtverbände suchen händeringend nach weiteren Züchtern, weil die heimische Nachfrage nach Schaffleisch derzeit nicht gedeckt werden kann. Grund ist der Austritt Großbritanniens aus der EU, woher seinerzeit viel Schaffleisch importiert worden war. Bekanntlich wird Schaffleisch nicht nur von Schickimickis gegessen, sondern auch von unseren muslimischen Mitbürgern. 2) Schurwolle wird seit Generationen mit Waschsoda gereingt, mit dem umweltfreundlichsten Waschmittel, welches existiert. Dann wird sie teilweise immer noch zu Bekleidung verarbeitet, oft von kleinen lokalen Initiativen, die das Material ebenso völlig ohne Chemie weiter verarbeiten. Mit welchen Chemikalien die Textilindustrie eventuell unsere Bekleidung ausrüstet, egal ob es sich um Baumwolle, Leinen oder Wolle handelt, dafür können die Schafbauern nichts. Und Bekleidung aus Kunstfaser ist im Zusammenhang mit ihrer Pflege zu einem hohen Anteil am vielen Mikroplastik in der Umwelt verantwortlich. Schafwolle, die nicht zu Textilien verarbeitet wird, kann man als völlig giftfreie Düngepellets kaufen. Ein Teil dient als Wärmedämmung in Gebäuden. Da wird sie tatsächlich mit giftiger Borsäure versetzt. Das ist aber nicht weniger ökologisch problematisch als die Produktion von Steinwolle oder Dämmzellulose. Nur Hobbyzüchter werfen die Wolle heute noch weg - einfach als Biomüll auf den Komposthaufen. Schafwolle ist also alles andere als Sondermüll. Es gibt eine Organisation mit Sitz in den Niederlanden, die sich "Rewilding Europe" nennt, und an der der WWF maßgeblich beteiligt ist. Sie können das ja googlen. Dort plant man, Weidetiere durch wilde Wisente zu ersetzen, die streng geschützt sind, und die dann nur von Wölfen dezimiert werden dürfen. Ziel ist die "Entwicklung von auf Wildtierbeobachtung und Naturerleben basierten Wirtschaftszweigen". Finden Sie das wirklich besser als die naturverträglichste Form der Landwirtschaft, die wir in Österreich haben? Ihr Beitrag, Herr Pirkner, trägt sicher nichts zur Abrüstung bei!

 
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    Gerhard Pirkner

    Ich empfehle Ihnen folgenden Artikel. Achten Sie auf die Angaben zu Verzehr von Schaffleisch und Reinigung von Schafwolle: https://www.dolomitenstadt.at/story/das-schaf-als-wirtschaftsfaktor/

     
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      elisabeth.ertl@chello.at

      Nein, Herr Pirkner, ein großes Geschäft ist die Schafzucht nicht, das kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung bestätigen. Das hat die Schafzucht mit den meisten anderen Betriebsformen der heimischen Landwirtschaft gemeinsam, alle schrammen am Rand der Wirtschaftlichkeit entlang. Herr Pirkner, Ihnen ist zu wünschen, dass unsere Gesellschaft nie in eine Situation gerät wie nach dem 2. Weltkrieg. Wer hungert, der weiß dann, dass er von Euromünzen und Euroscheinen nicht abbeißen kann, sondern nur von dem, was die Landwirtschaft produziert. Warum ist das Essen so billig? Weil wir in einem globalisierten Markt leben. Das Problem ist nur: Man kann eine Textilfabrik im Waldviertel abbauen und in Bangladesh wieder aufbauen, wenn dort billiger produzuert werden kann. So fern dort dann halbwegs faire Arbeitsbedingungen herrschen, haben alle etwas davon. Aber man kann das Weinviertel nicht auf einen Tieflader packen und nach Äthiopien auslagern, weil dort die Arbeitskraft nichts kostet. Weil aber Landwirtschaft überall stattfinden muss, wenn wir die Weltbevölkerung ernähren wollen, deshalb wird sie hierzulande subventioniert. Ich weiß schon, dass Rewilding Europe unseren Kontinent am liebsten in ein großes Wildnisgebiet verwandeln würde und dann mit Ökotourismus das große Geschäft machen: Statt Weidevieh wilde Wisente und statt menschlicher Jäger eben Wölfe. Da würde das Herz jedes urbanen Menschen höher schlagen. Nur wenn dann aus welchen Gründen immer die Lieferketten für Lebensmittel zusammenbrechen, dann gnade uns Gott!

       
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      elisabeth.ertl@chello.at

      Herr Pirkner, glauben Sie mir: Wenn Sie Ihr Schaffleisch den Großhändlern anbieten, wird es Ihnen aus der Hand gerissen. Nur, dort kriegen Sie einen Spottpreis, denn dann wird es in den Supermärkten verkauft, z.B. von Billa-Plus mit seinen Billigleisch-Sonderangeboten. Und darum ist jeder Bauern gut beraten, nach Selbstvermarktungsmöglichkeiten zu suchen, und das ist nun einmal eine mühevolle Aufbauarbeit.

       
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      elisabeth.ertl@chello.at

      Zugegeben "ganz Europa" war eine Überspitzung. "Reweilding Europe" spricht von 20% der Gesamtfläche https://rewildingeurope.com/callforawildereurope/de/, die Schmachergesellschaft von 30% https://schumacher-gesellschaft.de/ Das sind keine Unterstellungen, daran wird bereits konkret gearbeitet.

       
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    manchmalgottseidankexilosttiroler

    Sehr geehrte Frau Ertl, was ist Kälbertransporten, Glyphosateinsatz, Spaltenböden, Hühnerfabriken, Maiswüsten oder Nitratwerten, Sie glauben ja wohl selbst nicht, dass wir die vertäglichste Landwirtschaftsform haben.Wieviele Vollerwerbsbauern gab es noch in jedem Dorf vor 30 Jahren und wieviele gibt es jetzt? Diese Agraringenieure im Lienzer Talboden, die 5 mal das Jahr die Wiesen mit ihren grünen Panzern bewirtschaften,ohne einmal vom Traktor herunter zu steigen,das sind die Bauern von heute. Sie, auch wenn Sie meine Sympathien haben für Ihre Form der Landwirtschaft, Sie kommen in der modernen Landwirtschaft gar nicht mehr vor, aber ich glaube ,Sie wissen das selbst auch. Es ist eine EU Richtlinie, die den Wolf schützt, meiner Meinung nach zu Recht, denn es muss ein Miteinander geben,Sie können Ihre Schafe nur selbst schützen, keiner dieser formidablen Landespolitiker wir Ihnen da helfen können.

     
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      spezi

      @manchmalgottseidankexilosttiroler schon zu lange im Exil? Deshalb können sie wahrscheinlich nicht wissen, dass es außer den ihnen bekannten Argraringenieuren in unseren osttiroler Tälern wesentlich mehr Bauern und Viehzüchter gibt, die nicht in klimatisierten Traktoren ihre Felder bestellen und ernten können. Ganz in Gegenteil, da ist noch sehr viel mühsame Handarbeit gefordert, wenn das Heu von den zum Teil sehr steilen Wiesen in die Scheunen gebracht werden muss, damit im Winter die Tiere Futter haben. Dort werden auch in Zukunft ihre grünen Panzer nicht fahren können, dort gibt es keine Riesenfelder, die mit diesen Panzern bestellt werden können, dort wird noch sehr viel mit der altbekannten Sense gemäht. Und richtig, diese Bauern sind großteils keine Vollerwerbsbauern mehr und müssen nebenbei woanders arbeiten gehen um den Hof zu erhalten. Und jetzt kommt auch noch der Wolf ins Spiel, der ihre Viehzucht sicher nicht leichter macht.

       
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      Stiller Gedanke

      Genau diese Form der Landwirtschaft die Sie bemängeln wird doch durch das Thema Wolf erst gefördert. Viele Jungbauern und Jungbäurinnen überlegen sich wie man den elterlichen Betrieb vielleicht einmal weiter führt, vorallem so das es auch zeitlich und wirtschaftlich machbar ist. Der Wolf ist wieder ein Grund mehr erst garnichtmehr anzufangen. Wenn man die gemütliche 40-Stunden-Woche erst einmal gewöhnt ist und man mit einem fixem Gehalt auch schön leben kann, warum sollte ich mich dann auch noch zusätzlich in der Landwirtschaft abmühen und vielleicht noch Geld von meinem normalen Job in den Betrieb stecken. Dazu gehört viel Herzblut und beinahe schon Fanatisums, desshalb vielleicht auch die harsche Reaktion vieler Bauern. Wenn Sie auf Ihrem Arbeitsplatz ständigt bemängelt werden haben Sie auch keine Freude mehr und suchen etwas anderes. Und viele Betriebe in Osttirol und ganz Östterreich stehen vor der Entscheidung aufhören oder "weiterwursteln weils halt immer schon so gemacht worden ist", nur haben sich die Umstände in derLandwirtschaft und in der Gesellschaft geändert und die Interressen liegen jetzt anders als früher.

      Dieser Ganze Prozess führt zu den "Agraringenieuren" die sie so bemängeln, weil wenn ich an jeder Kuh nur mehr 100€ im Jahr verdiene dann muss ich eben 200 Kühe haben damit ich wenigsten 20k € im Jahr habe und ob sich dann der Aufwand noch lohnt? In Deutschland geben zumindest viele Betriebe die weit größer sind als die größten Milchviehbetriebe in Osttirol auf weil sie mit ihrem "kleinem" Betrieb nicht mehr mitthalten können mit dem Markt. Meiner Meinung nach ist der Blick in die Zukuft der Landwirtschaft bei uns kein rosiger, ein paar Nischenprodukte werden erfolg haben, vielleicht noch ein paar ganz große Betriebe und die Flächen die mit dem Traktor nicht zu bearbeiten sind werden schwer zu retten sein. In meinem Umfeld geben viele Betriebe auf weil die Hoffnung mit der Landwirtschaft sein künftiges Leben zu finanzieren von Jahr zu Jahr schwindet.

      Noch etwas zum eigentlichen Artikel:Die Bauern fordern die totale Ausrottung des Wolfes Noch kenne ich keine geeigneten Maßnahmen die in Österreich finaziell zu meistern wären, und ob man jetzt den Wolf total ausrottet oder die Almtiere entsprechend schützt liegt schlussendlich an den Entscheidungen der Politik und bis diese in den meisten Fällen handelt wird es wohl fünf nach zwölf sein.

       
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      elisabeth.ertl@chello.at

      Lieber manchmalgottseidankexilosttiroler, es gibt in Österreich unverträgliche Formen der Landwirtschaft, aber die Schafalpung gehört nicht dazu. Bezogen auf die Gesamtwirtschaft kommt die gesamte österreichische Landwirtschaft "nicht mehr vor", sie erwirtschaftet gerade einmal 1,36% des österreichischen BIP, sie wäre ohne Förderung nicht überlebensfähig, und dieser Druck ist verantwortlich für das, was Sie kritisieren. Der Tourismus erwirtschaftet zehnmal so viel, sollen wir deshalb die Landwirtschaft gleich den Bach hinunter gehen lassen? Österreichische Bauern haben im Durchschnitt 27 Schafe oder Ziegen und beweiden damit jene Restflächen, die sich für nichts anderes eignen, und die Trittsteine der Biodiversität bilden. Mit 27 Tieren produzieren Sie pro Jahr 700 kg Fleisch. Ein Herdenschutzhund frisst 400 kg Fleisch pro Jahr, vielleicht in Form von Trockenfutter aus dem Supermarkt, welches aus Massentierhaltung stammt. Man rät uns zu mindestens 2 Hunden. Als Herdebuchzüchter haben Sie aber mehrere Gruppen auf eigenen Weiden stehen zur Vermeidung von Inzucht. Hunde haben erst ab einer Herdengröße von 500 Tieren Sinn. So große Herden haben aber bei uns nur in den Zentralalpen Platz, sonst nirgends. Wir sollen dort die Tiere nachts in einen Pferch treiben. Das bedeutet aber mehrere Stunden Marsch pro Tag, strapaziös für die Tiere, die dann kaum Gewicht zulegen, das heißt, man produziert kaum etwas. Mag ja sein, dass man so einmal ein paar Jahre lang keinen Wolfsübergriff hat, aber mit Landwirtschaft hat so eine Viehhaltung nichts mehr zu tun, das ist dann nur noch irgendein anachronistischer Kitsch. Herdenschutzhunderassen stammen alle aus dem Süden, wo Nomaden und transhumante Herden das ganze Jahr ohne Ställe unterwegs sind: im Winterregengebiet im Winter in den Niederungen und im Sommer auf den Bergen. Der Mastin kommt aus Spanien, der Pyrenäenberghund aus Südfrankreich, der Maremmano aus Italien, der Kangal aus der Türkei, der Owtscharka aus dem Kaukasus. Eine alpine Rasse ist nicht bekannt. Die Spanier hatten zwei Hunde mit - bei mehreren tausend Schafen. (Uns rät man zu einem Hund pro 100 Schafen!) Sobald ein Hund aktiv wurde, wusste man, dass man das Gewehr laden musste. Warum sonst war die Zahl der Wölfe in Europa so gering, dass man sie in den 1970er Jahren unter Schutz stellte? Die vorgeschriebene Zaunhöhe für Wolfsgehege beträgt übrigens 250 cm ... An solchen Tatsachen kann auch ein Politiker nichts ändern, auch nicht mit viel Geld. In den französischen Alpen hat man all diese Erfahrungen schon gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=sT_2iv3QwtE&t=789s Es macht einfach keinen Spaß, das Rad neu erfinden zu sollen. Wolfsschutz ist ein Geschäft, und man erzählt euch zu diesem Zweck Märchen.

       
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      BettinaHuber

      Frau Ertl, ICH DANKE IHNEN!!! Endlich hat sich jemand zu einer ausführlichen, sachlichen Erklärung durchgerungen! Wenn ich Schaffleisch essen würde, wären SIE meine Quelle!

       
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Damaha

Diesen Artikel empfinde ich als zu einseitig, zu emotional und zu subjektiv.

 
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    Quadriga99

    Das ist auch kein Artikel, sondern ein Kommentar und mit dem Begriff "Meinung" auch als solcher gekennzeichnet.

     
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vitl

Entweder, oder. Beide Spezies (Hausschaf und Wolf) werden bei uns nicht koexsistieren können. Dass diese romantische Vorstellung die Bauern verärgert, verstehe ich gut. Ich hoffe auf mehr Verständnis und Empathie für die Landwirtschaft.

 
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multi 1

Grüne Politik beenden und schon ist das Thema weg vom Tisch, die leben in einer anderen Welt.

 
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wisdom of crowds

"Der Wolf hat in Tirol auch heute keinen Platz." Glauben die Bauern wirklich, dass sie darüber entscheiden können, wer hier Platz hat oder nicht? Bei dieser Hybris stockt einem der Atem.

 
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    heli52

    Werte @weisheit! Glauben Sie wirklich, dass Sie darüber entscheiden können, wer auf Ihrem Grundstück Platz hat und wer nicht? Da stockt mir wirklich der Atem ....

     
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    tirolerisch

    Aber Hallo, ist es egal wenn der wolf die Lämmer reißt und sich einen Bissen gönnt und dann das nächste reißt. Der Wolf hat bei uns keinen Platz. Man wird schon sehen, wenn auf den Almen nicht mehr gegrasst wird, dann wächst alles zu. Dann ists vorbei mit den schönen Almen.

     
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      elisabeth.ertl@chello.at

      Nein, es wird nichts zuwachsen, denn dann werden Wisente ausgesetzt: https://taz.de/Naturschutzkonzept-Rewilding/!5722261/ Auch der Elch soll seinen alten Lebensraum wieder zurück erobern: https://www.3sat.de/wissen/nano/210128-elche-nano-104.html

       
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unholdenbank

In St.Veit wurden 3 Junghirsche, die unter einer Fichte Schutz gesucht hatten, vom Blitz erschlagen. Also weg mit allen Fichten und ein generelles Blitzverbot in Tirol. Wie kommen denn die Hirsche dazu, von einem wildgewordenen Blitz bestialisch erschlagen zu werden. Und die Jagdpächter haben auch Recht auf ein blitzfreies Tirol, sakrament no amol. Diese Linken mit ihrem Weicheiverständnis für enthemmte Blitze gehören auch entsorgt! (Ironie aus für die Blitzgneiser!)

 
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    Omo

    Hat hier jemand einen Joint zuviel geraucht?

     
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      Kapatieme

      Mehr als einen !

       
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