Franz Walchegger übt sich am menschlichen Körper

Der „weibliche Rückenakt“ ist ein akademisches Werk des Künstlers aus dem Jahr 1936.

Franz Walchegger hatte im Wintersemester 1935/36 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Wilhelm Dachauer inskribiert und ab Jänner auch an dem dort angebotenen „Zeichnen des Aktes am Abend“ teilgenommen. In den beiden Jahren zuvor hatte er bereits die Malschule Toni Kirchmayr in Innsbruck besucht, dort aber wohl keine großen Vorkenntnisse in der rein akademischen Übung des Zeichnens nach unbekleideten lebenden Modellen erworben, dessen Zweck, neben der Pflege einer bis in die Spätrenaissance zurück reichenden Tradition, vor allem das rasche Erfassen des menschlichen Körpers in den verschiedensten Haltungen und Bewegungen lag.

Einer Beurteilung mit „Genügend“ am Beginn stand ein „Gut“ am Ende des ersten Studienjahres gegenüber, sodass wir annehmen können, dass die vorliegende Bleistiftzeichnung, die deutlich eine gewisse Routine erkennen lässt, bereits Zeugnis des fortgeschrittenen Lernerfolgs ablegt. Mit zarten Strichen werden zunächst der Aufbau des Körpers im Raum gesucht und die kritischen Punkte seiner spezifischen Pose bearbeitet: Nacken und Schultergelenke sowie die für ein überzeugendes Stehen besonders entscheidenden Unterschenkel und Füße. Um dem Körper Volumen zu geben, bleibt Walchegger sogar noch die Zeit, Schatten zu schraffieren, bevor er das Ergebnis mit kräftigem Bleistift umreißt.

Franz Walchegger, Akt, 1936, 43 x 30 cm, Bleistiftzeichnung, Ausrufungspreis 1400,-Euro. Repro: Lugger

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