Eishockey war für Clemens Unterweger nicht nur Plan A sondern der einzige Plan. In seiner Jugendschmiede kommen Unterweger daher zahlreiche Erinnerungen hoch – der Eishockeyplatz war damals sein Nummer 1-Treffpunkt mit Freunden. Es folgte der Wechsel nach Zell am See, später dann zu den Graz 99ers. Seit 2018 läuft der Hubener für den KAC aufs Eis.
Besonders seine Zeit als Leihspieler in Finnland hat Clemens geprägt. Seine Freunde dort will er unbedingt besuchen. Dass der Profi trotz erfolgreicher Karriere bodenständig geblieben ist, spürt man sofort. Obwohl er zuletzt als Kapitän aufs Eis lief, sieht sich Unterweger nach wie vor nur als Assistant-Captain und Stellvertreter für den verletzten Thomas Hundertpfund, der eigentlich mit dem C auf der Brust spielt.
Eishockey spielen will der Osttiroler Profi solange es ihm Spaß macht und er „mit den Jungen mithalten kann“, denn in Klagenfurt fühlt sich der Osttiroler sehr wohl. Wie schwer es aber wirklich war, so weit von zuhause weg zu sein, sich nach oben zu kämpfen und so lange auch Profi zu sein, erklärt Clemens Unterweger in einem Dolo Talk, den wir aus der Redaktion an den Ort verlegt haben, wo für Clemens einst alles begann.
Ein Posting
Osttirol als Eishockey-Drehscheibe?
Der heutige Dolo Talk mit Clemens Unterweger hat mich wieder an eine Idee erinnert, die mich schon länger beschäftigt.
Eishockey hat in Osttirol Tradition. Gleichzeitig liegt unsere Region geografisch erstaunlich zentral zwischen wichtigen Standorten des Eishockeysports.
Wenn beispielsweise Mannschaften wie der VSV oder die Graz99ers zu Spielen nach Mailand fahren, führt eine naheliegende Route durch Osttirol und über Sillian ins Pustertal. Dazu kommen die Verbindungen zwischen Klagenfurt, Villach, Bruneck, Sterzing, Innsbruck, Salzburg und Asiago.
Mannschaftsbusse, Betreuer und Fans sind damit regelmäßig auf Straßen unterwegs, die sich in und rund um Osttirol kreuzen.
Warum nutzen wir diese besondere Lage nicht stärker?
Osttirol könnte sich ganz bewusst als freundlicher Treffpunkt und Zwischenstopp der Eishockeywelt positionieren.
Dabei müsste man gar nicht mit großen und teuren Projekten beginnen. Denkbar wären Willkommensgrüße für durchreisende Mannschaften, Begegnungen mit unserem Eishockeynachwuchs, ein gemeinsames Frühstück mit einem Team auf der Durchreise oder Patenschaften zwischen Schulen, Nachwuchsvereinen und Mannschaften.
Vielleicht ließe sich daraus mit der Zeit auch mehr entwickeln: Freundschaftsspiele, Nachwuchsturniere, Trainingsaufenthalte oder Veranstaltungen rund um den Eishockeysport.
Mit erfolgreichen Osttiroler Spielern wie Clemens Unterweger gibt es zudem Persönlichkeiten, die zeigen, dass Eishockey auch ein Stück Osttiroler Sportgeschichte ist.
Sport verbindet Menschen, Orte und Regionen. Und manchmal liegt eine touristische Chance buchstäblich auf der Durchfahrtsroute.
Osttirol – wo sich die Wege des Eishockeys kreuzen.
Vielleicht eine Idee, die es wert wäre, gemeinsam weitergedacht zu werden.
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