Die großen Osttirolthemen des Jahres 2015

Ein Rückblick auf Politik, Sport, Kultur und Szenen aus dem Alltag im Bezirk Lienz.

Erinnern Sie sich noch an all die vieldiskutierten Osttiroler Themen des Jahres? Wir haben zurückgeblättert und einige der Höhepunkte für Sie zusammengefasst, in einer völlig subjektiven Reihung der Redaktion:

JAMES BOND WAR DA!

James Bond in Aktion in Obertilliach. Foto: EXPA/Johann Groder
James Bond in Aktion in Obertilliach. Foto: EXPA/Johann Groder

Für viel Aufregung sorgten die Dreharbeiten des neuen James Bond-Films Spectre, der im Februar und März 2015 teilweise in Osttirol gedreht wurde und im November seine Premiere hatte – auch mit einer Premierenfeier in Lienz, bei der plötzlich die Stimme von James Bond-Darsteller Daniel Craig aus dem Publikum schallte. Des Rätsels Lösung: Bond-Synchronsprecher Dietmar Wunder war zum ersten Screening angereist – zur Freude der Anwesenden.

DIE ISEL BEKOMMT NATURA 2000-SCHUTZ

Die Isel als Natura 2000-Gebiet: zur Freude der einen und zum Ärger der anderen. Foto: Wolfgang Retter
Die Isel als Natura 2000-Gebiet: zur Freude der einen und zum Ärger der anderen. Foto: Wolfgang Retter

Fast so spannend wie ein Bond-Film war auch im Jahr 2015 das Hin und Her zwischen jenen, die die Isel schützen und jenen, die sie nützen wollten. Aktueller Zwischenstand: Die Isel wird Natura 2000-Gebiet, die Diskussionen zu Natura 2000 sind zwar sicher noch nicht zu Ende und die unterschiedlichen Meinungsauffassungen nicht erledigt, doch derzeit dürften sich die Energien vor allem auf die regionalwirtschaftlichen Förderprogramme richten, die rund um Natura 2000 entstehen.

MATREIS BÜRGERMEISTER KÖLL GERIET UNTER BESCHUSS

Ein vernichtendes Zeugnis der Bezirkshauptmannschaft für die Finanzen der Gemeinde Matrei löste eine publizistische Lawine aus. Sogar von einer Zwangsverwaltung war die Rede. Bürgermeister Andreas Köll ging gewohnt wortreich zum Gegenangriff über. Er musste allerdings auch einiges an Kritik beim Thema Abwasserverband einstecken, ebenso eine Niederlage in der Causa Iselaufweitung. Dann wollte Heinz Schultz eine Dreiviertelmillion Euro von Matrei, es gab ein Gerangel um einen Hubschrauberhangar für Roy Knaus und am Ende waren noch massive Grundverkäufe der Gemeinde zur Budgetsanierung nötig. Zudem ging es im Bezirkskrankenhaus – dessen Gemeindeverband Köll leitet – bei der Gehaltsdiskussion mit Ärzten aber auch mit dem Pflegepersonal heftig zur Sache. Kein gutes Jahr für den Langzeit-Bürgermeister der Tauerngemeinde Matrei.

Andreas Köll muss an der Isel neuerlich eine Niederlage hinnehmen.
Andreas Köll musste 2015 einiges einstecken.

LIENZ WIRD UNIVERSITÄTSSTADT

LH Platter bei seinem Besuch in der HTL Lienz. Foto: Martin Lugger
LH Platter bei einem Besuch in der HTL Lienz. Foto: Martin Lugger

Lienz hat alles, heißt es immer wieder, demnächst gehört auch eine Universität dazu, denn mit dem Mechatronikstudium, das man ab Herbst 2016 in Lienz bzw. von Lienz aus studieren können wird, verwandelt sich die Bezirkshauptstadt in eine Universitätsstadt. Die wesentlichen Schritte dafür wurden im Jahr 2015 in die Wege geleitet, so wurden ein Standort gefunden, die Stelle für die Professur ausgeschrieben und die technischen Vorbereitungen begannen. Schon ab Herbst 2016 wird man inskribieren können.

EIN NEUER SPIELER IN DER KAUFHAUS-SAGA

Seit vielen Jahren geistert es durch die Medien und die Köpfe der Gemeindepolitiker, aber auch durch Gerüchteküche und Gerichtssäle – das Kaufhaus Lienz, vormals M99. Nach der offensichtlichen Pleite der HOBAG trat 2015 ein neuer Spieler auf den Plan: der in Deutschland lebende Südtiroler Immobilienkaiser Martin Hellweger trat an, um der Dauerbaustelle neues Leben einzuhauchen. Bislang ohne sichtbare Wirkung.

Martin Hellweger wollte im Herbst die Bagger auffahren lassen. Do weiterhin gilt an der Dolomitenkreuzung: Bitte warten!
Martin Hellweger wollte im Herbst die Bagger auffahren lassen. Doch weiterhin gilt an der Dolomitenkreuzung: Bitte warten!

DIE FELBERTAUERNSTRASSE IST SANIERT

Am 18. August wurde der neue Straßenabschnitt „Schildalm“ der Felbertauernstraße eröffnet und damit war die Ersatzstraße, die nach dem verheerenden Felssturz im Mai 2013 gebaut werden musste endlich Geschichte. Osttirols wichtigste Straße in den Norden bleibt für im Bezirk gemeldete Pkw auch mautfrei, für Lkw gelten neue Mautpreise, die der Transportwirtschaft aber von der Landesregierung mit einigen Förderzuckerln versüßt werden.

Gustl Ronacher, hier mit Karl Popeller, hatte sich alles so eingerichtet, dass er der Erste sein konnte.
Gustl Ronacher, hier mit Karl Popeller, hatte sich alles so eingerichtet, dass er der Erste sein konnte. Foto: Expa/Groder

DAS DOLOMITENBAD WIRD ENDLICH ERNEUERT 

Gleich zu Jahresbeginn hielt man im Lienzer Gemeinderat noch einmal die Luft an – ein privater Saunapächter witterte die Chance auf schnelles Geld und ließ sich den Ausstieg aus seinem Pachtvertrag mit 100.000 Euro Steuergeld ablösen. Nach Überwindung dieses letzten Hindernisses begann im Frühling 2015 die Renovierung und der Ausbau des Dolomitenbads. Zwar mussten die Badefreudigen im Sommer auf das Freibad und derzeit auch noch auf das Hallenbad verzichten, doch am 15. Jänner 2016 ist Gleichenfeier und das Projekt damit auf Kurs. Einstweilen kann man den Fortschritt auf der Baustelle verfolgen.

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Im Mai war Spatenstich für den Um- und Ausbau des Dolomitenbades. Für Jänner 2015 ist die Gleichfeier geplant. Foto: Brunner Images

FLÜCHTLINGE FINDEN EINE SICHERE BLEIBE IN OSTTIROL

Anni Bachlechner, von ihren Schützlingen liebevoll "Oma" genannt, ist die beste Köchin – da sind sich Khalid und Ashi einig. Fotos: Ramona Waldner
Anni Bachlechner, von ihren Schützlingen liebevoll „Oma“ genannt, ist die beste Köchin – da sind sich Khalid und Ashi einig. Fotos: Ramona Waldner

Und dann war da noch das ganz große Thema des zweiten Halbjahres 2015: Flucht und der Umgang mit der hohen Zahl an flüchtenden Menschen, die in Europa um Schutz ansuchten. Zwar war und ist Osttirol nur partiell betroffen, doch auch hier sind die offiziellen Unterbringungsmöglichkeiten derzeit ausgeschöpft.

Dass das System noch nicht zusammengebrochen ist, liegt vor allem an der Hilfsbereitschaft vieler Menschen wie den Bachlechners, die ihr Haus für zwei junge Männer auf der Flucht öffneten. Andere gaben in diesem Jahr Deutschkurse, sammelten Kleider oder widmeten den Neuangekommenen einfach ein wenig Zeit. Dieses Thema wird nicht nur Osttirol auch im kommenden Jahr weiter beschäftigen.

EINE OSTTIROLER BANK WURDE GEGRÜNDET

Aus der Volksbank Osttirol-Westkärnten wurde die DolomitenBank. Foto: Volksbank
Aus der Volksbank Osttirol-Westkärnten wurde die DolomitenBank. Foto: Volksbank

Ein wenig erinnert die Geschichte an Asterix & Obelix: Die Volksbanken wurden zusammengefasst. Alle? Nein! Eine von unbeugsamen Osttirolern bevölkerte Volksbank-Filiale hörte nicht auf, der Finanzmarktaufsicht Widerstand zu leisten … und so entstand im Herbst 2015 schließlich die Dolomitenbank.

HÖHEN UND TIEFEN IM SPORT

Alban Lakata (li.) und Felix Gall (Mitte), bei den Dreharbeiten zur ORF-Sendung "Sport am Sonntag“. (rechts: Daniel Federspiel). Foto: EXPA/Johann Groder
Alban Lakata (li.) und Felix Gall (Mitte), bei den Dreharbeiten zur ORF-Sendung „Sport am Sonntag“. (rechts: Daniel Federspiel). Foto: EXPA/Johann Groder

Nachdem bereits zu Jahresbeginn Benjamin Karl eine Broncemedaille bei der Snowboard-WM am Kreischberg geholt hatte, sammelten Osttirols Topathleten auch unter dem Jahr fleißig Buntmetall. Alban Lakata wurde einmal mehr Weltmeister der Mountainbiker und dann kam der Knalleffekt: Mit Felix Gall kann Osttirol auch einen Radweltmeister der Junioren für sich verbuchen. Sein Zielsprint in den USA wird in die Sportgeschichte eingehen. Wie eng Licht und Schatten gerade im Sport beinander liegen, musste Susanne Mair schmerzlich erfahren. Sie gewann zunächst den Halbmarathon in Wien und dann Silber bei der EM in Portugal, bevor sie beim Training von einem Mährfahrzeug niedergefahren und dabei schwer verletzt wurde. Inzwischen geht es ihr besser und sie ist wieder im Training.

Susanne Mair im Training nach ihrer Verletzung. Foto: Brunner Images
Susanne Mair im Training nach ihrer Verletzung. Foto: Brunner Images

Auf dem Weg der Besserung befindet sich auch ein anderer Sportler, der heuer einen schweren Schlag wegstecken musste: der junge Kletterer Clemens Tschurtschenthaler. Wie durch ein Wunder überlebte er ein schweres Bergunglück in Frankreich und erzählte uns Monate später, wie er mit dem Verlust seines Freundes umgeht und in die Zukunft schaut.

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Clemens Tschurtschenthaler hat ein schweres Jahr hinter sich und blickt dennoch optimistisch in die Zukunft.

KULTUR – WIDDER UND BULLEN ERHIELTEN APPLAUS

Der Virgener Opferwidder ist jetzt "immaterielles Kulturerbe" der UNESCO. Foto: EXPA/JFK
Der Virgener Opferwidder ist jetzt „immaterielles Kulturerbe“ der UNESCO. Foto: EXPA/JFK

Das Kulturjahr 2015 hatte viele Highlights zu bieten, darunter manchen Klassiker wie OLALA und manche Ausnahmeerscheinung, wie den Virger Opferwidder, der zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO erklärt wurde. Er nahm die Auszeichnung ebenso gelassen, wie der Meister der Bullen, Jos Pirkner, dem Red Bull in Fuschl ein Denkmal setzte und das Museum der Stadt Lienz eine große Schau auf Schloss Bruck widmete. Dort erhielt der agile 88er vor viel Prominenz auch den Ehrenring der Stadt.

Jos Pirkner (rechts), neben LH Günther Platter, bei der Verleihung des Ehrenringes. Foto: EXPA/Johann Groder
Jos Pirkner (rechts), neben LH Günther Platter, bei der Verleihung des Ehrenringes. Foto: EXPA/Johann Groder

Im Juli eröffnete die umgebaute Galerie in der Kunstwerkstatt und verband die Werke verschiedener Künstler, darunter auch Klienten der Lebenshilfe, miteinander. Vom ohnehin galeriebegeisterten Lienzer Publikum wurde diese neue Location gerne angenommen.

UND SONST? KIRCHE, SCHULEN, JUBILÄEN

Die Erbauung dieser Kapelle schien lange unmöglich. Inzwischen gehört sie ins fixe Umgebungsbild der Peggetz. Foto: Ingruber
Die Erbauung dieser Kapelle schien lange unmöglich. Inzwischen gehört sie ins fixe Umgebungsbild der Peggetz. Foto: Ingruber

Auch sonst tat sich einiges im Bezirk. Lienz hat eine neue Kirche bekommen, die russisch-orthodoxe Kosakenkapelle in der Peggetz. Ihre Eröffnung wurde vor Ort und mit einer Ausstellung im Heizhaus zelebriert.

Aktuelle und ehemalige Schüler des BORG feierten ihre Schule. Foto: Brunner Images
Aktuelle und ehemalige Schüler des BORG feierten ihre Schule. Foto: Brunner Images

Grund zum Feiern gab es auch im BORG, wo man das 50-Jahre Jubiläum der früher als Mupäd bekannten Schule mit einer großen Bühnenshow der Schüler beging. Weniger lustig fand man am BG/BRG Lienz das noch sehr theoretisch diskutierte Ansinnen, Osttirol zur Modellregion für die Neue Mittelschule zu machen. Sofort war von der „Abschaffung des Gym“ die Rede. Inzwischen ist die Diskussion etwas leiser geworden.

Und schließlich gab es noch ein anderes schönes Jubiläum zu feiern: 60 Jahre SOS-Kinderdorf in Nußdorf-Debant. Es ist das zweitältestes SOS-Kinderdorf der Welt und beweist nach wie vor, wie wichtig diese Einrichtung ist. Und noch eine weitere wichtige Institution setzte in Nußdorf-Debant einen Meilenstein: Im Oktober wurde die Gleichenfeier für das neue Wohn- und Pflegeheim abgehalten.

Im Kinderdorf wurde mit einem Lama, Musik, Spielen und vielen Reden gefeiert. Foto: Brunner Images
Im Kinderdorf wurde mit einem Lama, Musik, Spielen und vielen Reden das 60-Jahre-Jubiläum gefeiert. Foto: Brunner Images

Das ist natürlich nur ein winziger Ausschnitt aus allen Ereignissen dieses Jahres, die eigentlich eine Erwähnung verdienen würden. Dolomitenstadt.at fungiert ja auch als digitales Archiv des Bezirkes. In einem weiteren Artikel zeigen wir Ihnen die Aufreger des Jahres und die meistgelesenen Artikel. Wenn Sie in die Titelzeile ein Datum nach dem Muster www.dolomitenstadt.at/2015/00/00 eingeben, können Sie selbst nachsehen, was an einem bestimmten Tag, zum Beispiel Ihrem Geburtstag, passierte!

Das Team von Dolomitenstadt wünscht allen Leserinnen und Lesern ein gutes Jahr 2016!
Auf dass die guten Nachrichten überwiegen werden!

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11 Postings bisher
MeineMeinung

@ Neugierig: Unter dem Porträt eines hübschen, jungen Mädchens zu posten und dann wieder zu outen, dass man „leider schon zu alt „sei, „um noch politisch tätig zu werden“, ist tiefenpsychologisch zumindest ebenso bemerkenswert, wie der Versuch, „den Schwarzen“ über ein online-forum einzureden, „sie“ sollten einen ihrer erfolgreichen Bürgermeister nicht mehr „aufstellen“. Und ob die interessante Strategie funktioniert, einen aussichtsreichen Bürgermeisterkandidaten via dolomitenstadt zu beeinflussen, sich aus Alters- oder Funktionsdauergründen „doch ein Beispiel„ an anderen zu nehmen, und aus freien Stücken nicht mehr anzutreten, werden wir sehen?

Könnte ja einen richtigen Schneeballeffekt auslösen und in vielen Osttiroler Gemeinden „endlich“ einmal KandidatInnen „anderer Parteien an die Macht bringen“, die das im Falle der Kandidatur erfahrener und akzeptierter VP-Mandatare wohl meist nie schaffen würden...Wäre eine geradezu geniale Strategie, wenn das funktionieren würde, viel an Arbeit, eigenem Einsatz und sogar an Wahlkampfkosten sparen... Wenn das so einfach ginge, wäre es vor allem auch dann genial, wenn diese Strategie von „anderen“ Parteien käme... „Superidee“ von Neugierig, sollte man österreichweit patentieren lassen!

neugierig.

Lieber Randnotiz, man kann alles zerpflücken und zerreden. Glauben Sie im Ernst, mir ist nicht klar, dass das Volk den Bürgermeister wählt? Jedoch muss vorher jemand dafür nominiert werden oder sich zur Verfügung stellen, das wird doch wohl klar sein. Ich bin leider schon ein wenig zu alt, um noch politisch aktiv zu werden. Die Zukunft gehört den Jungen und diese sollten auch die Chance bekommen, sie nach ihren Vorstellung zu gestalten, denn schließlich müssen sie auch damit leben und zurecht kommen.

Nun denn, Sie sind offenbar ein absoluter Dauer-Bgm.-Anhänger, warum werden wohl Sie am besten verstehen. Trotzdem lass ich mir nicht meine Meinung nehmen, dass es grundsätzlich nicht gut sein kann, wenn ein und die selbe Person über Jahrzehnte die Macht in Händen hält. Aber da man in der Matreier ÖVP erst gar keinen anderen (vielleicht besseren) aufkommen läßt, können offenbar viele eingefleischte ÖVP-Wähler nur Dr. Köll wählen, zumindest hatte es bis jetzt immer gereicht. Aus genau diesem Grund hatte Herr Steiner wohl den Mut, sich von diesem schwarzen Filz loszulösen um diese verschachtelten Strukturen aufzubrechen. Ihr Bgm. sollte sich ein Bsp. an Herrn Schiffmann nehmen, dieser hat erkannt, dass es auch mal Zeit ist Jüngeren die Chance zu geben, etwas zu erreichen.

Aber lassen wir uns mal überraschen, was der Wählerwille am Tag der Wahl bringen wird! Wird sicher spannend!

Randnotiz

@ Schnee:

Lieber Schnee! Hoffentlich kommst Du bald, aber nicht in dieser hetzerischen Form...

Während beim Thema „Feuerwerke“ von einer angeblich „wieder einmal tiefen Kluft zwischen der Bezirksverwaltungsbehörde und gewissen Bürgermeistern... „ bzw. von „persönlichen Animositäten auf dem Rücken der Bevölkerung...“ die Rede ist, beklagen Sie gleich eine „Packelei und Mauschelei...“, wenn „dem Vernehmen nach“ über einen „umfassenden Weihnachtsfrieden“ zwischen Bezirkshauptfrau und Matreier Bürgermeister berichtet wird: Nach doch einigen harten juristischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre ist nicht gleich unser ganzer Rechtsstaat in Gefahr oder müsste sogar „ein Aufschrei(!) durch die Bevölkerung gehen...“(?), wenn es einmal zwischen der höchsten Verwaltungsbeamtin im Bezirk und einem wichtigen Entscheidungsträger zu klimatischen Verbesserungen kommen sollte: Gerade bei zwei promovierten Juristen wird kein „Jahrmarktshandel“ passieren und ein wechselseitiges „Friedensangebot“ Osttirol mit Sicherheit nicht schaden! Aber schon alleine diese Bandbreite zeigt, wer hier polarisiert und wer nicht: Des einen Freud, des anderen Leid...

Da bin ich schon bei @ Neugierig:

Nein, ich bin mit Sicherheit nicht Dr. Andreas Köll, was im Übrigen leicht überprüfbar wäre. Wenn hier jemand polarisiert, dann sind es erstaunlicherweise immer dieselben zwei Medien oder so offensichtlich Manipulation intendierende Postings, wie das Ihre: Warum es daher bei Dr.Pirkner „in den Kommentaren wieder nur um Dr.Köll geht“, ist somit per se ebensowenig ein objektiver Gradmesser für die Qualifikation eines Menschen, wie die immer wieder manipulativ verbreitete Botschaft, von angeblich „so vielen Anfeindungen in vielen Gremien, in denen er vertreten ist...“?

Genau derartige gezielt verbreitete Legenden kann ich mit meinen Kommentaren auf reiner Faktenbasis entkräften und was dabei „Wahlkampf“ ist und was nicht, werden alle mündigen LeserInnen selbst entscheiden. Sie haben aber offensichtlich ein Problem damit, wenn jemand auf tatsachenwidrige Behauptungen reagiert und versucht, diese in ein anderes Licht zu rücken? Reactio auf actio sollte doch in einer Demokratie noch möglich sein, oder vielleicht nicht?

Fakten kann ich darüberhinaus in Ihrer Polarisierung keine erkennen und ein Bürgermeister wird auch in Osttirol noch immer von der Bevölkerung in geheimer Abstimmung gewählt und nicht „dauernominiert“ oder „von den Schwarzen aufgestellt“! Wenn Sie daher kein/e Matreier/in sind, steht es Ihnen auch nicht zu, diesen „vorschreiben“ zu wollen, wie oft oder wie lange sie jemanden wählen oder nicht. Wenn Sie Matreier/in sein sollten, können Sie jederzeit selbst kandidieren und mit Ihren Ansichten vor die Matreier Bevölkerung treten, das nennt man Demokratie!

Und übrigens, auch der von Ihnen - nicht von mir - ins Spiel gebrachte „Herr Steiner“, hatte vor sechs Jahren seine Chance: Nachdem er die damalige ÖVP-“Bürgermeisterliste“ verlassen und selbst als Bürgermeister an der Spitze der vereinten Opposition kandidiert hatte, erreichte er gute rd. 43%. Dr. Josef Brugger von den Grünen erreichte rd. 2%, Dr. Andreas Köll hingegen rd.55%, wobei der Abstand fast 400 Stimmen betragen hat, was auch für Matreier Verhältnisse sehr viel ist...

Note

Liebe/r neugierig

Sie können ja bei den Gemeinderatswahlen als BürgermeisterkandidatIn in Matrei in Osttirol antreten und nachdem Sie dann mit großer Begeisterung von den MatreierInnen gewählt wurden, all dies umsetzen, von dem Sie hier gefaselt haben

– da bin ich aber schon sehr neugierig…………..

neugierig.

Ein weiteres Thema war ja heuer auch wieder die Hobab Baustelle.

Herr Dr. Pirkner, darf ich Sie bitten, wenn dann der Wahlkampf los geht, bei Fr. Bgm. (hartnäckig, hartnäckig, hartnäckig) nach zu fragen, wann Sie endlich gedenkt, diesen Schandfleck (MITTEN IN DER STADT!) zuschütten zu lassen. Sie will doch wohl nicht im ernst weiterhin Jahre zuwarten, bis vielleicht doch noch mal gebaut wird??? Ich kenne so viele Bürger und Gäste, denen dieser Irrsinn an der Andreas Hofer-Straße/Messinggasse ein Dorn im Auge ist. Und da nützen auch diese Durst-Plakate nichts, denn der Bürger und Gast, der tatsächlich in Lienz wohnt, sieht die Rückseite dieses Areals und das scheint der Stadtregierung völlig egal zu sein. Es wird doch wohl einen Paragrafen geben, der das Ortsbild schützt und es somit zulässt, dass man die "Gstätten von Frau DI Blanik" aufschütten darf. Es gibt genug Juristen, die die Stadt bezahlt, die finden sicher eine Möglichkeit, wenn nur endlich auch mal ein echter Wille von Seiten der Stadt Lienz gezeigt werden würde. Mein Verdacht ist ja, dass man absichtlich diese Flächen nicht als Parkplatz umfunktioniert, da dann dort alle gratis parken würden und somit die kostenpflichtigen Nachbarparkplätze nicht mehr ausgelastet wären. Leider ist das Parkplatzproblem rund um die BH ein historisch bedingter Fehler, den aber auch das Land nicht gewillt ist, zu reparieren, in dem man das Nachbargrundstück in der Andreas Hofer-Straße zukauft und somit diesen Parkwahnsinn rund um die BH auflöst. Schade, denn vielleicht wäre dies momentan alles ganz leicht zu lösen, wenn auch der Bund mitmachen würde.

Und ansonsten füllt man alles mit Erde auf und macht vorläufig eine Wiese daraus, so abwegig wäre diese Möglichkeit doch wohl auch nicht und die Kosten sollten sich in Grenzen halten. Event. wären manche Wohnbaugesellschaften und Häuselbauer sogar froh darüber, dort ihr Aushubmaterial (in der Mienekugel dürfte da ja wieder viel Erde anfallen) kostenlos zu deponieren. Mit ein bisserl Wille wäre das längst schon möglich gewesen, doch leider interessiert das die Stadt Lienz offenbar überhaupt nicht... Ob das nach der Wahl anders wäre? Ich glaube nicht...

neugierig.

Es ist schon bezeichnend, dass es bei diesem Bericht in den Kommentaren wieder nur um Dr. Köll geht. Das zeigt schon, dass dieser Mann polarisiert. Meiner Meinung nach ist "Randnotiz" Dr. Köll selbst und er nutzt dieses Medium für seinen Wahlkampf(?).

Mag schon sein, dass er so einige gute Ideen umgesetzt hat, doch es gibt auch immer wieder sehr viel Wirbel um ihn. Und dies sollte in dieser Form in "Funktion Bürgermeister" nicht sein. Man wird es niemals allen recht machen können, doch bei so vielen Anfeindungen in vielen Gremien, in denen er vertreten ist, sollte er wohl auch mal in sich horchen und darüber nachdenken, ob er als Bürgermeister noch tragbar ist. Wenn jemand so lange "regiert", verliert er oder sie irgendwann mal den Objektivismus, da es viel zu viele verschachtelte Verbindungen gibt, die man immer wieder bedienen muss, um sie zufrieden zu stellen. Deshalb gehört diese Dauernominierung des ewig selben Bgm. endlich mal aufgebrochen und eine neue Person für die Schwarzen aufgestellt. Schade nur, dass Herr Steiner nicht mehr unter uns ist. Er hätte es vielleicht auch ohne ÖVP-Angehörigkeit geschafft, endlich mal einen Wechsel und somit neuen Wind und neue Ideen in die Matreier Gemeinde zu bringen. Aber wer weiß, vielleicht hat die Bevölkerung doch auch kapiert, dass es nicht gut sein kann, wenn nur ein und die selbe Person über Jahrzehnte alle Macht in Händen hält und wählt heuer mal jemand Neuen. Warum sollte diese Person nicht auch schaffen, was angelblich nur Herr Dr. Köll zu Wege bringt. Zum Glück wird der Bgm. inzwischen unabhängig von der Partei gewählt. Da kann es wohl sein, dass die Schwarzen wieder die Mehrheit haben, aber an der Spitze könnte mal wer anderer sitzen. In Lienz funktioniert das prächtig, wäre mal eine Variante für Matrei, denn im Landtag ist Herr Köll auch nicht mehr so gut angeschrieben, also warum sollte man nicht mal jemand jüngeren eine Chance geben, der dann event. sogar mit völlig neuen Ansätzen verschiedenste Themen angehen und lösen kann.

Schnee

Ah ha , der Andreas geht mit der Frau Dr. Olga Reisner auf ein paar Vanillekipferln aufn Christkindelmarkt und schließt mit ihr einen Weihnachtsfrieden! Liebe Leute wo leben wir , gibt es eigentlich noch irgendeinen politischen Anstand. Es wird gepackelt und gemauschelt und alle wundern sich , dass die Tiroler Politik ein derart mieses Image hat. Hier muss doch ein Aufschrei durch die Bevölkerung gehen. Recht muss Recht bleiben, wenn Fehler begangen wurden muss man dafür gerade stehen . Aber scheinbar wird am Kaffeehaustisch gehandelt wie auf einem schlechten Jahrmarkt. Aber Hauptsache jeder kleine Krämer hat seine Registierkasse. Das ist der Untergang jeglicher politischen Kultur in Tirol. Gute Nacht Osttirol

peak

@Randnotiz: Schön, dass Sie ein bisserl Spaß verstehen :)

Ich stelle Ihre Ausführungen ja nicht in Frage, aber Ihre Ausführungen "Pro Köll" lesen sich nun mal wirklich wie ein kleines Wahlkampfposting.... ganz objektiv betrachtet....

Randnotiz

@peak

Ad Meinung 1: nein;

Ad Meinung 2: ja; wo entsprechen meine Ausführungen nicht den Tatsachen?

Ad Sarkasmus 3, 4 und 5: Sie sind weder der Rest der Osttiroler Bevölkerung, noch repräsentativ für diese, die Wahrheit ist auch Ihnen zumutbar; das Oberland und Lienz haben selbst fähige Bürgermeister;

Ad Frage 6: Jaah! Mit Begeisterung und voll motiviert...

peak

Meiner Meinung nach sollte Andreas Köll Bundeskanzler werden. Dieser Mann löst einfach jedes Problem zur vollsten Zufriedenheit, wie "Randnotiz" ausführlich schreibt. Ich kann nicht verstehen wie solche Tatsachen vom Rest der Bevölkerung einfach nicht gesehen werden. Wann berufen die Oberländer Gemeinden endlich Andreas Köll zu ihrem "Oberbürgermeister"? Wann zieht Andreas Köll in die Lienzer Liebburg ein?

Und um jetzt dem Sarkasmus ein Ende zu bereiten beschäftigt mich doch die Frage, warum sich eine Person wie Randnotiz genötigt fühlt den Herrn Köll so zu verteidigen.....könnte man ja glatt glauben Sie sind sein WahlkampfmanagerIn ?

Randnotiz

Lieber Herr Dr. Pirkner!

Sehe das mit Ihrem „Lieblingsreibebaum“ Dr. Andreas Köll überhaupt nicht so wie Sie, sondern im Gegenteil: Für mich war 2015 eines dessen bisher erfolgreichsten politischen Jahre überhaupt, mit unglaublich viel Einsatz und Arbeit in umstrittenen Themen, unter schwierigen Rahmenbedingungen - ja, aber kein gutes Jahr für ihn? Horchen Sie mal hinein in die Osttiroler Bevölkerung, z.B. bei Natura 2000 oder schauen wir mal, wie die Arbeit des von Ihnen so gerne Gescholtenen am 28. Februar von den Matreier WählerInnen beurteilt werden wird...

Objektive Wahrnehmungsfähigkeit sinkt manchmal direkt proportional zum Grad der Entfernung und der Standort bestimmt oft den jeweiligen Standpunkt: Was hat Andreas Köll noch federführend mit dem Abwasserverband Hohe Tauern Süd zu tun, er ist schon lange nicht mehr dessen Obmann? Wer hat sich in der „Klaubauf-Frage“ sowie in der „Übungsflüge im Nationalpark-Frage“ mit breitester Unterstützung durchgesetzt und was ist jetzt wirklich mit dem so notwendigen, „eigenen“ Rettungshubschrauber für Osttirol? Heli Austria und Heli Tirol sind wieder zurück in Matrei und es wird ein neuer Hangar für eine Katastrophenschutzmaschine sowie einen zweiten Rettungshubschrauber gebaut, in Form eines Baurechtes auf 49 Jahre!

Was ist bei Natura 2000 - worüber in Brüssel ja erst in ein bis zwei Jahren nach dem Bewertungsseminar im Frühjahr 2016 definitiv entschieden wird - für Matrei wirklich herausgekommen? Der Widerstand gegen ungerechtfertigte Gebietsausweisungen hat sich zumindest am Tauernbach und an der Schwarzach auf Matreier Gemeindegebiet gelohnt: Sowohl das Kraftwerk „Tauernbach“, als auch eine zweite Turbine an der Schwarzach können gebaut werden. Auch eine „Niederlage“ bei der geplanten Iselaufweitung sieht anders aus: Die Tiroler Landesregierung (Abteilungen Wasserwirtschaft und Umweltschutz) hat den Alternativvorschlag des Matreier Bürgermeisters fachlich geprüft und schriftlich grundsätzlich positiv bewertet. An dessen Umsetzung wird derzeit gearbeitet...

Die Felbertauernersatzstraße hätte es ohne den Matreier Bürgermeister auch nie gegeben, seine vielleicht überhaupt beste persönliche „Geschäftsidee“: Mit Baukosten von etwa nur 1,8 Millionen Euro Mauteinnahmen für die FAG in zehnfacher Höhe gerettet und die Erreichbarkeit Osttirols binnen kürzester Zeit wieder hergestellt, das wird wohl erst die Geschichte objektiv bewerten...

Was hatte denn Geschäftsführer und Mitgesellschafter Andreas Köll mit den Abrechnungsproblemen zwischen Gemeinde und Matreier Bergbahnen wirklich zu tun, war er doch auf beiden Seiten konsequent befangen? Was dabei - trotz aller Versuche, ihn „hineinzuziehen“ - herausgekommen ist, weiß zwischenzeitlich auch ganz Osttirol, nämlich rein gar nichts! Nachdem die Bergbahnen ihre Schulden bei der Gemeinde bezahlt haben, herrscht wieder Ruhe und gibt es eine gute Zusammenarbeit mit Heinz Schultz als Basis für den dringenden Neubau einer Talabfahrt im heurigen Jahr.

Das Bezirkskrankenhaus Lienz mit 850 Mitarbeitern hauptverantwortlich und schuldenfrei zu führen ist natürlich keine leichte Aufgabe, aber horchen Sie einmal in diesen zweitgrößten Betrieb Osttirols hinein, wer sich dort immer wieder für eine halbwegsige Gesprächsbasis einsetzt, Konflikte lösungsorientiert moderiert und letztendlich richtungsweisende Entscheidungen trifft? In Lienz geht es immer noch viel besser, als in anderen Krankenanstalten Tirols!

Na ja, und die Gemeindefinanzen von Matrei, als flächenmäßig zweitgrößter Kommune Tirols mit riesigen Aufgabengebieten ? Die waren schon vor 50 Jahren Thema und werden auch in 50 Jahren noch Thema sein, unabhängig davon, wer jeweiliger Bürgermeister war, ist, oder sein wird! Davon bleiben ja auch zunehmend andere Gemeinden nicht mehr verschont, die zwar noch nicht so viel Infrastruktur wie Matrei, aber jetzt schon größere Probleme haben...

Schauen wir mal, wie das alles so weitergehen wird, was mit den zahlreichen Agrargemeinschaften in Matrei passiert, die vom Bürgermeister und Substanzverwalter jetzt wieder Wald, Almen, Weiden und Wiesen über deren Wunsch „zurückbekommen“, nachdem die Gemeinde vorher alle öffentlichen Interessen und Projekte berücksichtigt hat, eine tirolweit derzeit noch einzigartige Win-Win Situation für alle...

Andreas Köll soll - dem Vernehmen nach - sogar einen umfassenden „Weihnachtsfrieden „ mit Bezirkshauptfrau Olga Reisner geschlossen haben, na da schau her! 2015 somit „kein gutes Jahr“ für den Matreier Bürgermeister? Ich glaube nicht, Herr Dr. Pirkner!