Wintertourismus: Minus mit kleinen Überraschungen

Trotz Schneevorteil verlor auch Nordtirol – Lienz ist besser als sein Ruf.

Es gibt zwei geradezu dogmatisch auch in unseren Foren gepredigte „Wahrheiten“, die sich vor dem Hintergrund überprüfbarer Fakten etwas relativieren. Einerseits wähnt man Osttirol vor allem im Winter weit hinter Nordtirol, weil zu wenig Aufstiegshilfen vorhanden seien und das Marketing nicht passe. Andererseits zieht die Hochstein-Diskussion vor allem den Tourismus in Lienz imagemäßig nach unten.



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Vergleicht man jedoch die aktuellen Nächtigungsstatistiken (Quelle: Amt der Tiroler Landesregierung), dann zeigt sich, dass der TVB-Osttirol auch im Winter in absoluten Zahlen im obersten Drittel der 33 Tiroler TVBs mithalten kann (im Sommer liegt Osttirol unter den Top 3). Trotz gravierendem Schneemangel im Süden bleibt das Winterminus nur knapp hinter den ganz Großen zurück. Stellt man kurzfristiges Buchungsverhalten und die durchwegs gute Schneelage im Norden in Rechnung, hält sich die Katastrophe in Osttirol (bisher) in Grenzen. Das Gesamtminus beträgt 5,2 Prozent, der Tirolschnitt liegt bei 4,1 Prozent Minus.

Der Winter ist allerdings noch nicht vorbei, abgerechnet wird erst im April. Außerdem ist das aktuelle Ergebnis ein Vergleich zur auch schon schwachen Winterbilanz des Vorjahres. Allerdings ist auch dieses Phänomen nicht auf Osttirol beschränkt. Die Zahlen bestätigen insgesamt wohl eher jene Experten – wie etwa die Österreich Werbung – die den Skitourismus generell im Abschwung sehen.



Im Bezirk zeigt sich ebenfalls ein interessantes Bild. Kals, das durch Höhenlage und Schultz-Ressort als Winter-Leuchtturm gilt, bleibt als einzige der großen Tourismusgemeinden knapp im Plus, Obertilliach konnte zumindest im Februar an Boden gewinnen, aber auch Lienz hielt sich überraschend gut. Der alte Hochstein und das Zwei-Pisten-Skigebiet Zettersfeld reichten offenbar aus, um weniger zu verlieren als die wesentlich ausgeprägteren Wintersport-Destinationen Matrei, Sillian und St. Jakob, die vor allem im Februar mit starken Einbußen zu kämpfen hatten.

Die Statistik zeigt nur die nächtigungsstärksten Gemeinden Osttirols. Auf den hinteren Rängen gab es zum Beispiel in Abfaltersbach ein kräftiges Plus.

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4 Postings bisher
veterator vor 8 Monaten

kaum zu glauben - auch dieses debakel wird wieder einmal schöngeredet (-geschrieben).

"aber die anderen sind auch so schlecht"... wem bringt es etwas, wenn man sich dauernd nach unten orientiert? das grenzt an kindergartenniveau.

über osttirol hinweg ein dickes minus OBWOHL heuer aufgrund der späten faschingswoche nach den energieferien eigentlich eine zusätzliche hauptsaisonwoche vorhanden war!

schämt euch!

christoph03 vor 8 Monaten

Wenn man sich da nicht täuscht! Wo in Sexten Helm-Rotwand gekommen ist hat man schon 2 Jahre davor Werbung für diese neue Verbindung gemacht! Und wo wirbt man in Osttirol!???? Ein zusammenschluss bringt in erster Linie den 5 Großen was! Wer invenstiert heutzutage noch großartig in Osttirol wenn die Jugend in den Städten zum Studieren ist!??? Welcher will denn schon den Elterlichen Betrieb übernehmen da ist es ja zu arbeiten!.... Bin mal gespannt!

    42na95 vor 8 Monaten

    Ich sach' ma' so und wertneutral: Der Heinzi weiss schon, wie's geht

    Und warum sollte der Verbund Sillian/Vierschach/Sexten/Padola kein Vorabwerbung machen ?

42na95 vor 8 Monaten

Wenn der Heinzi erst einmal den Anschluss zum Helm geschafft hat, wird dies einen richtigen Schub für Sillian geben (im ersten Jahr Helm Rotwand waren es dort ~ 30% mehr auf den Pisten).