„Meiner Meinung nach gibt es keine perfekte Politik“

Daniel aus Greifenburg wählt im September zum ersten Mal und freut sich darauf.

Für die Dolomitenstadt-Serie „Jugend wählt“ habe ich einen ersten Interviewpartner gefunden. Es ist Daniel aus Greifenburg. Der 16-Jährige besucht im Herbst die 7. Klasse des Gymnasiums in Lienz, ist von der Biologie und Sport fasziniert – vor allem vom Schwimmen – und möchte später einen Beruf im medizinischen Bereich ausüben.

Daniel, was bedeutet Politik für dich?

Daniel: Politik an sich will immer das Beste für ein Land. Letztendlich liegt es dann an den Politikerinnen und Politikern, dies auch in die Tat umzusetzen. Politik bedeutet für mich manchmal auch einen Kompromiss zu finden, um ans Ziel zu kommen. Eine perfekte Politik kann es meiner Meinung nach nicht geben.

Wie und wo informierst du dich über Politik?

Daniel: Hauptsächlich halte ich mich durch Zeitung und Radio am Laufenden über politische Ereignisse. Oftmals werden bei Zeitungsberichten, aber auch bei Radiodurchsagen und den News jedoch Begriffe verwendet und Personen beziehungsweise Politikerinne und Politiker erwähnt, die mir unbekannt sind. In Fächern wie Deutsch, Geschichte und Geografie sprechen wir viel über aktuelle Themen, die oft in die Fachgebiete meiner Professorinnen und Professoren fallen und für mich so verständlicher werden. Politik ist in meinen Augen ein wichtiger Teil der Allgemeinbildung.

Kultur, Landwirtschaft und kleine Betriebe – wäre Daniel Kanzler, würde er sich dafür stark machen. Foto: Dolomitenstadt/Caterina Schiliro

Was würdest du als Erstes verändern, wenn du für einen Tag Bundeskanzler wärst?

Daniel: Wenn ich einen Tag lang Bundeskanzler wäre, würde ich mich für die Bereiche Kultur und Landwirtschaft stark machen. Ich würde kleine Betriebe fördern, weil das quasi Kulturträger sind und die gehen dann auch Hand in Hand mit den Festen, die wir feiern, beziehungsweise mit den Gastronomiebetrieben. Damit würde man nicht nur der Innenwirtschaft helfen, sondern auch einen Teil österreichischer Kultur, der sich eben in der Landwirtschaft und in Kleinbetrieben befindet, erhalten.

Gehst du zur Nationalratswahl im September?

Daniel: Auf jeden Fall! Einerseits, weil es meine erste Wahl ist und ich immerhin schon seit 16 Jahren drauf warte. Andererseits, weil ich jetzt über die Zukunft meines Landes mitbestimmen darf. Wählen gehen ist mein Mitspracherecht, das ich, wenn ich eben nicht zur Wahl gehe, verschenke. Die Ausrede „Meine Partei gewinnt sowieso nicht“ lasse ich nicht gelten. Jede Stimme zählt und man hilft seiner Partei ohne Zweifel mehr, wenn man zur Wahl geht und das Kreuzchen macht.

Welche Erwartungen hast du an die nächste Regierung?

Daniel: Meine Erwartungen an die neue Regierung sind moderat. Es sollen keine großen Veränderungen sein. Mehr Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Parteien, vor allem zwischen den Oppositionen, wären ein guter Anfang.


„Fridays for Future“ beweist: Die Jugend will mitreden und kann die Politik auch unter Druck setzen. Die Jungjournalisten von dolomitenstadt.at holen deshalb Wahlberechtigte unter 20 vor das Mikrophon und fragen in unserer neuen Serie „Jugend wählt“, welchen Stellenwert die Politik im Leben junger Menschen aus der Region hat.

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bobbilein

Lieber Daniel! Alles Gute für die Wahl; ich setze meine Hoffnung in die Jugend.