Auf den Pisten gilt Impfpflicht für angehende Skilehrer

Osttiroler Skischulbetreiber reagieren unterschiedlich auf die Vorgabe des Verbandes.

Im vergangenen Winter sorgten Skilehrerausbildungen im Salzburger Flachau und im Tiroler Jochberg für negative Schlagzeilen, weil es dort mitunter Clusterbildungen gegeben hat. In Jochberg griff damals die britische Virusvariante um sich.

Um für die kommende Wintersaison besser gewappnet zu sein, lässt der Österreichische Skischulverband (ÖSSV) Teilnehmer:innen von Skilehrerausbildungen nur noch mit Impfung auf die Piste. In einer Aussendung heißt es, dieser österreichweit einheitliche Weg werde von allen Landesskilehrerverbänden mitgetragen – mit Ausnahme des Vorarlberger Verbandes. Nur so könne gewährleistet werden, dass die Kurse ordnungsgemäß und ausreichend sicher stattfinden können.

Wer ab dem kommenden Winter Skilehrer werden will, muss geimpft sein. Das hat Österreichs Skischulverband entschieden. Foto: EXPA/Groder

„Generell nur geimpfte Skilehrer:innen“

„Die aktuelle Entwicklung mit immer wieder neuen Mutanten zeigt uns, dass wir für die kommende Ausbildungssaison ausreichende Sicherheitsmaßnahmen treffen müssen“, erklärt ÖSSV-Präsident Richard Walter. Zudem ergebe sich der positive Effekt, „dass die Verbände den Skischulen Schneesportlehrer zur Verfügung stellen können, die bereits eine Corona-Schutzimpfung nachweisen können.“

Der Verband empfiehlt allen österreichischen Skischulen, generell nur noch geimpfte Personen anzustellen. In Tirol sind davon laut ORF rund 300 Anbieter mit 7.000 Skilehrer:innen betroffen.

„Impfpflicht“ – Dieses Schreiben flatterte am Montag Tirols Skischulen ins Haus.

Die Betreiber der Osttiroler Skischulen reagieren mit gemischten Gefühlen auf die Impfpflicht. Franz Schneider, der die Skischule „White Element“ in Sillian betreibt, ist mit der Entscheidung einverstanden: „Es gibt kaum Alternativen, wenn wir eine halbwegs normale Saison haben wollen.“ Franz‘ Vorteil: Er braucht für den kommenden Winter keine neuen Skilehrer:innen und kann auf sein Stammpersonal zurückgreifen, das bereits die Ausbildung in der Tasche hat. Sein Team – in der Hauptsaison meist acht Leute – will er aber nicht dazu auffordern, sich impfen zu lassen: „Sie können auch mit Test kommen.“

Auch in Matrei kommt ein Impfzwang für bereits ausgeschulte Skilehrer:innen nicht in Frage, meint Lukas Resinger. Der Chef der Skischule Matrei-Goldried, die im Schnitt 15 Personen beschäftigt, wird keinen Impfnachweis vom bestehenden Personal einfordern: „Wie sich diese Pflicht auswirkt, kann man noch nicht sagen, aber es trifft ja alle Skischulen. Ich bezweifle, dass es dann genug Einheimische gibt, die sich impfen lassen, um als Skilehrer arbeiten zu können. Die Impfbereitschaft bei uns kann man ja der Quote entnehmen.“ Bei Lehrpersonen aus dem Ausland sei das weniger problematisch.

Marian Schreder von der Skischule „Lienzer Dolomiten“ wirft ein, dass auch viele junge Menschen, etwa Schüler:innen und Student:innen als Skilehrer tätig sind und man erst abwarten müsse, wie es um deren Impfbereitschaft steht. In guten Wochen arbeiten in Schreders Team bis zu 40 Leute. Für ihn steht fest: „Neue Skilehrer werden immer gebraucht. Ist der Andrang groß, wird sich zeigen, ob man es sich leisten kann, nur Geimpfte anzustellen.“

Paul Schett ist für die Wintersportschule Hochpustertal in Sillian verantwortlich und findet die Impflicht gut: „Die Kunden, die einen Kurs buchen, wollen ja auch sicher sein.“ Mit seinem zehnköpfigen Kernteam sieht er sich gut gerüstet und braucht im Winter keine Frischlinge. „Ich werde aber der Empfehlung des Verbandes folgen und von meinem Personal einen Impfnachweis einfordern“, so Schett.


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