Datenskandal: Liste Fritz nimmt Platter in die Pflicht

Harsche Kritik an den Geschäftsbeziehungen des Landes zu Novatium und HG Lab Truck.

Tirol erlebe gerade seinen größten Datenskandal, der 24.000 hochsensible Gesundheitsdaten von Corona positiv getesteten Menschen öffentlich zugänglich mache, doch der Landeshauptmann sei abgetaucht, kritisiert die oppositionelle Liste Fritz: „Das gewaltige Datenleck hat offensichtlich der umstrittene Urologe und ehemalige Geschäftsführer der HG Lab Truck, Ralf Herwig, verursacht. Auftraggeber und Vertragspartner der HG Lab Truck war die schwarz-grüne Platter-Regierung, weshalb sie die Verantwortung trägt und Landeshauptmann Platter die Verantwortung zu übernehmen hat“, stellen Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Liste Fritz-Landtagsabgeordneter Markus Sint fest.

Platter müsse nun reinen Tisch machen. „Denn wie die Liste Fritz aufgedeckt hat, wollten Platter & Co. den Millionenauftrag unbedingt an die HG Lab Truck vergeben, deshalb haben sie den Auftrag im Wert von 12 Millionen Euro Steuergeld im Herbst 2020 ohne Ausschreibung einfach direkt vergeben und im März 2021 ohne Ausschreibung direkt verlängert. Für uns als Liste Fritz war diese Auftragsvergabe von ÖVP und Grünen gewollt, aber nicht rechtens. Seit Monaten taumeln Platter & Co. jetzt durch diesen HG Lab Truck-Skandal,“ wettern Sint und Haselwanter-Schneider. Letztere ist auch persönlich vom Datenleck betroffen.

Fritz-Abgeordnete Andrea Haselwanter-Schneider ist vom Tiroler Datenskandal direkt betroffen. Auch ihr Covid-Befund wurde öffentlich. Foto: Expa/Groder

Landeshauptmann Platter müsse nun sicherstellen, dass das Land Tirol in keinerlei Geschäftsbeziehung mehr zum Firmengeflecht HG Pharma und HG Lab Truck sowie zu Novatium stehe: „Denn entweder wurde Landeshauptmann Platter selbst angelogen oder er hat gegenüber dem Tiroler Landtag die Unwahrheit gesagt als er behauptet hat, dass sich das Land Tirol vom HG Lab Truck-Geschäftsführer Ralf Herwig getrennt habe. Denn Monate später, im August 2021, verschickt dieser angeblich nicht mehr aktive Geschäftsführer Ralf Herwig 24.000 hochsensible Patientendatensätze per Mail. Als Nicht-Mehr-Geschäftsführer dürfte er keinen Zugriff mehr auf solche Daten haben. Hat er aber und das lässt vermuten, dass er wohl nach wie vor in diese Firmen involviert ist. Die HG Lab Truck beschäftigt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien und den Landesrechnungshof, durch den Datenskandal wird jetzt auch die Staatsanwaltschaft Innsbruck aktiv. Was braucht es noch, damit Platter endgültig die Reißleine zieht?“, fragen Haselwanter-Schneider und Sint.

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Norbert

Unser schwarzes,heiliges Land Tirol !