Matrei verzichtet doch auf Ablösezahlung des TVBO

Tourismusverband wollte Wassergebühren vorab bezahlen. Der Gemeinderat hat das Angebot nun ausgeschlagen.

Von einer Win-Win-Situation haben alle Beteiligten gesprochen, als der Matreier Bürgermeister Raimund Steiner am 27. September den Gemeinderät:innen ein Angebot des Osttiroler Tourismusverbandes vorlegte. Seit vielen Jahren überweist der TVBO 47.500 Euro an die Tauerngemeinde. Dort fließt das Geld in die Beschneiung der Pisten im Goldried-Skigebiet. Abgeschlossen hat den Vertrag mit dem TVB Nationalpark damals Alt-Bürgermeister und Geschäftsführer der Schultz-Bergbahn, Andreas Köll.

Wie berichtet, hat der TVBO der Gemeinde Matrei angesichts ihrer Finanzlage im Herbst angeboten, die noch bis 2035 offenen Zahlungen in Höhe von rund 620.000 Euro in drei Raten vorab zu begleichen. Ein Angebot, das die Matreier Gemeindeführung in einer wirtschaftlich schwierigen Situation zunächst begrüßte. Doch nun wird plötzlich wieder abgewunken.

Nachdem der Gemeinderat im September noch von der vorzeitigen Abgeltung überzeugt war, wurde die Lösung in der jüngsten Sitzung am 15. November einstimmig vom Tisch gewischt. In der Zwischenzeit hatte der TVBO das Angebot im Aufsichtsrat bereits abgesegnet, jedoch mit einer Abänderung: Die vorgesehenen Indexangleichungen und damit verbundenen Mehrkosten wurden seitens des TVBO gestrichen.

Matrei streckt sich nach der Decke, denn die Finanzlage der Tauerngemeinde ist prekär. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Laut Bürgermeister Steiner sei das aber nicht der Grund für die Kehrtwende der Tauerngemeinde. Vielmehr sei man zur Erkenntnis gelangt, „dass wir nicht schon wieder langfristige Einnahmen vorziehen wollen.“ Man könne das Geld in den kommenden Jahren gut gebrauchen. Das ändert kurzfristig jedoch nichts an der monetären Schieflage. Woher also nehmen und nicht stehlen? „Wir feilen noch mit der Aufsichtsbehörde und dem Land Tirol an der Finanzierung“, gibt sich Steiner zugeknöpft.

Den geplatzten Deal nimmt man im Lienzer Tourismushaus gelassen auf. „Es war ein Angebot, mehr nicht. Für uns ist das kein Problem, wir schaffen damit kurzfristig wieder mehr Liquidität“, erklärt TVBO-Obmann Franz Theurl. Der Verband muss weiterhin pro Jahr 47.500 für das Pistenwasser im Goldried-Gebiet zahlen, die letzte Tranche wird 2035 fließen.

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz und ist ein Reporter mit Leib und Seele. 2022 wurde Roman vom Fachmagazin Österreichs Journalist:in unter die Besten „30 unter 30“ gewählt.

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Ein Posting

so ist es vielleicht

Ein neuer Bgm. mit Weitsicht!!! Man merkt den neuen Stil in Matrei, sehr gut, weiter so! 👌👌

 
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