Die Abbrucharbeiten sollen im März abgeschlossen werden. Dann soll aus dem Trümmerhaufen zunächst eine grüne Fläche werden. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Die Abbrucharbeiten sollen im März abgeschlossen werden. Dann soll aus dem Trümmerhaufen zunächst eine grüne Fläche werden. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Die Frage nach der Zukunft des Konvikt-Areals

In einem Monat wird der Abriss der Gebäude abgeschlossen. Vorerst bleibt die Fläche grün. 

Die verlassenen, maroden Gebäude des Konvikt-Areals neben dem Lienzer Gymnasium gehören inzwischen größtenteils der Vergangenheit an. Derzeit könnte man auf dem Gelände einen Bombeneinschlag vermuten und fühlt sich unwillkürlich an Kriegsbilder aus Syrien erinnert  — Sofern man sich die gelben Bagger und die orangenen Rossbacher-Container wegdenkt, wäre das Areal in seinem aktuellen Zustand jedenfalls die perfekte Kulisse für einen Kriegsfilm.

Noch sind die Abbrucharbeiten in vollem Gange. Was danach kommt, steht noch nicht fest.

Einmal mehr drängt sich die Frage auf, wie sich das Gelände wohl in Zukunft präsentieren wird? Die konkrete Antwort wird wohl noch länger auf sich warten lassen. Fest steht zumindest, dass nach dem Abschluss der Abbrucharbeiten, die plangemäß im März beendet sein werden, eine Grünfläche angelegt wird. Laut Ernst Eichinger, Pressesprecher der Bundesimmobiliengesellschaft BIG, sei die weitere Nutzung des Grundstückes nach wie vor offen. „Die BIG präferiert einen Schulbau. Aber grundsätzlich steht das gesamte Spektrum an Möglichkeiten bezüglich der Entwicklung des Areals bis zum Verkauf zur Diskussion.“

Der erwähnte Schulbau ist auch bei der Stadtgemeinde Lienz nach wie vor ein Thema. Bevor man jedoch über den Bau einer Bildungseinrichtung und den damit verbundenen Erwerb des Grundstückes nachdenkt, sei es laut Bürgermeisterin Elisabeth Blanik das Ziel, einen Schulverband zu gründen. „Derzeit werden sämtliche rechtliche Schritte für die Gründung eines Schulverbandes geprüft. Für die Volksschule Nord ist ja die Stadtgemeinde Lienz zuständig, während für die Neue Mittelschule und das Polytechnikum mehrere Gemeinden Verantwortung tragen. Hier ist es unser Ziel, einen Schulverband zu organisieren.“ Sollte dies gelingen, werde man abwägen, welche Varianten für die Neuordnung der Schullandschaft in Lienz unter Abwägung verschiedenster Faktoren bestehen.

Freie Sicht auf die Dolomiten und eine Grünfläche vor der Haustür – zumindest vorerst. Darauf können sich die Anwohner des ehemaligen Konviktgebäudes freuen.

Fix ist ja bereits die Übersiedlung des Polytechnikums zum neuen „Campus Technik Lienz“, nahe der HTL. Damit wird in den Schulgebäuden beim Bezirkskrankenhaus Raum frei. Eine Alternative zum Neubau einer Schule auf dem Konvikt-Areal wäre also die Sanierung dieses Schulzentrums Nord. „Wir haben hier einfach eine Vielzahl an Räumen in einer Größenordnung zur Verfügung, die wir sonst nur schwer erreichen könnten“, so Blanik. Sollte man sich schlussendlich für die Sanierungsvariante entscheiden, bliebe die Frage nach der Zukunft des Grundstücks im Grafenanger weiter bestehen. Vorerst wird es zur Grünfläche, was den Anrainern im angrenzenden Wohnblock einen ganz neuen, attraktiven Blick aus dem Fenster eröffnet.


Jetzt freigeschaltet! In der aktuellen Winterausgabe des DOLOMITENSTADT-Magazins schilderte Johannes Schmidl, ein ehemaliger Zögling, wie er seine Zeit im Konvikt erlebte. Hier online lesen.

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5 Postings bisher
ludwigXIV vor 3 Monaten

Auch ich schließe mich eurer Meinung an. Die Verlegung des Schulzentrums Lienz-Nord auf den Platz des ehemaligen Konvikts würde Sinn machen. Eventuell auch in Hinblick auf eine gemeinsame Schule der 10-14 Jährigen. Die Gesamtschule wäre sinnvoll. Sie darf aber kein Einheitsbrei sein sondern es muss Differenzierung geben. Man kann die Stärken des Gymnasiums und die Stärken der NMS verbinden und Synergien nützen. Man würde sich viele Kosten für Doppelgleisigkeiten und Bürokratie ersparen. Würde das Geld dann bei den Schüler ankommen, könnte man viel bewirken. Ob das in Österreich noch zu erleben sein wir, weiß man nicht.

...symbolic... vor 3 Monaten

Hier wäre ein vereintes Schulzentrum wohl mehr als nur genial. Volksschule, NMS und Gym samt gemeinsam nutzbarer Außenanlagen, das spart schon wieder Platz. In der Nähe ist ja auch noch der Kindergarten, da muss ich als Gemeinde gar nicht lange nachdenken. Nur hoffentlich verbauen sie den Bewohnern dahinter nicht wieder die gesamte Sicht, da sollte es wohl auch bessere Lösungen geben. Und vielleicht kann man gleich auch an eine Tiefgarage denken, sodass nicht wie momentan überall um die Schulen akuter Platzmangel herrscht. Unter den Sportplätzen wäre Raum genug dafür, sodass event. auch Anrainer sich dort Plätze mieten/kaufen könnten und so die verparkten Straßen entlasten.

Schön, dass wieder ein Schandfleck aus Lienz verschwindet. Das macht Freude! Jetzt müßte wohl nur noch diese alte grausliche Versteigerungshalle der RGO abgetragen werden, dann gibts nicht mehr viele Ruinen, die weg müssen (außer halt der 2. grausliche Tempel der Genossen, aber dort wird ja noch darin gearbeitet, kann man also leider noch nicht abtragen). Leisten könnte es sich die RGO allemal, nur es fehlt offenbar der Wille ganz und gar, was echt schade ist, da diese Fläche nicht gerade Werbung für Lienz bedeutet, schon gar nicht bei Touristen und Anwohnern.

Also bitte nicht die alte Nordschule renovieren, sondern mutig was sinnvoll Neues und zentrumnäheres errichten und das Areal der NMS für zukünftige BKH- oder Pflegeheim-Erweiterungen reservieren, was ja dort oben viel besser hin passen würde.

Nun denn, lassen wir uns überraschen, wobei die Umsetzung in der Politik halt oft im Sand verläuft oder doch wieder nur einen halbherzigen Kompromiss darstellen.

    Stiller Gedanke vor 3 Monaten

    Nichts hinzuzufügen, hoffen wir nur das die Politik genau so denkt wie du/Sie!

    chiller336 vor 3 Monaten

    sollte das mischfutterwerk auch irgendwannmal abgetragen werden, wird mit sicherheit der nächste grüne fleck am neuen rgo areal zubetoniert werdn - leider. aber es wär mit sicherheit die beste lösung, dort ein schulzentrum zu errichten mit allen angesprochenen vorteilen. mich wundert, dass seitens der stadtgemeinde das wort sanierung der nordschule in so einem fall überhaupt noch relevanz hat - wo doch die BIG den verkauf der liegenschaft für ein schulzentrum bevorzugt

      kritisch vor 3 Monaten

      Ich hab auch gedacht, ich lese nicht richtig. Blanik will die alte Nordschule renovieren lassen??? Gehts noch??? Möcht nicht wissen, was das kosten würde, da wär ja praktisch alles auszutauschen.

      Was bleibt ist dann weiterhin ein fehlender adäquater Sportplatz, dass die Schüler im Freien turnen können (Schulsport soll ja wieder in Mode kommen) und das Parkplatz- bzw. Zu- und Abfahrtsproblem ist auch nicht lösbar, höchstens man baut in die Tiefe. Also bitte, runter zum Gym damit, vorallem wenn sogar die BIG diese Variante bevorzugt. Und gerade deshalb sollte wohl auch mit der Bundesregierung zu reden sein, dass der Kaufpreis im Rahmen bleibt, Blanik hat ja eh beste Kontakte bis ganz an die rote Parteispitze, Herr Kern sollte doch wohl auch für moderne Schulsysteme samt modernen Gebäuden sein, da sollte doch wohl eine finanz. Förderung rausschauen!